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DCCXIV. Girard’s-College in Philadelphia.




Septimius Severus hinterließ seinem Sohne und Nachfolger als letzten Ausdruck aller Regentenweisheit die Mahnung: die bewaffneten Legionen allein zu ehren, alles Uebrige aber, Kunst, Wissenschaft, Bildung, Unterricht für nichts zu achten.

Wohin das römische Weltreich auf diesem Wege gekommen ist, weiß jeder Schulknabe.

Die Lehren der Geschichte gehen an den Lebenden unbeachtet vorüber. Seit den letzten Erschütterungen der westeuropäischen Gesellschaft durch die Revolutionen hat es Inhaber der Gewalt gegeben, welche sich nicht geschämt haben, das Wort des Cäsaren zu wiederholen, und an manchen andern Orten, wo es nicht ausgesprochen wurde, weisen Thatsachen darauf hin, daß man in der Praxis dem Grundsatze nicht abhold sey, wenn auch ihn offen zu bekennen noch nicht an der Zeit erschienen. Dieser Geist frißt sich alle Tage tiefer in die Schichten der Gesellschaft. Er bereitet der Rohheit und Barbarei den Pfad; er bringt Urtheile, Gefühle und Anschauungen in Umlauf, die den Humanitätsinteressen feindlich sind. Eine augenfällige Mißachtung der Attribute ächter Bildung ist aus den obern Regionen in das Volk herabgestiegen, die Ehrfurcht vor dem Erhabenen und Schönen in Kunst, Wissenschaft, Leben und Streben ist von dem barbarischen Respekt vor den bloß materiellen Gütern und Genüssen in den Hintergrund gedrängt. Wir sehen Männer, die als Zierden ihrer Zeit noch vor wenigen Jahren so hoch in der Meinung ihrer Zeitgenossen standen, daß sie für unantastbar galten, von der Gewalt mit Füßen getreten, und während dies geschieht, zollt das entartete Volk ihnen kaum einen Blick der Beachtung; wir sehen ausgezeichnete Erscheinungen der Literatur, welche man sonst mit Ehrfurcht in die Hand nahm und mit Heißhunger verschlang, mit Gleichgültigkeit empfangen, und die höchsten Bestrebungen des Menschengeistes in der sinkenden Gesellschaft mit Achselzucken oder Mißachtung begegnen, weil sie für Mehrung sinnlicher Genüsse und für das materielle Wohlbehagen nichts beizutragen vermögen. Das Reich des Gedankens, sofern es sich über die Schranken des Materiellen erhebt, das geistige Schaffen, sofern es nicht greifbaren Nutzen bringt, ist in den Augen der Mehrzahl ein phantastisches Nebelreich, ein fades und nutzloses Spiel, der Mühe nicht werth, die es kostet. Wüßte man nicht aus der Geschichte, was solche Phasen in den Begriffen einer der Verwilderung sich zuneigenden Zeit auf sich haben, wie sie enden und wie sie wechseln, so könnte man wohl an dem Fortschreiten menschlicher Gesittung irre werden und den Funken verwünschen, der seine Träger über die Masse erhebt. Aber allen Fortschritt begleitet von jeher ein