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DCCLV. Die Thermopylen.




Der Begriff von groß und klein ist kein absoluter; er setzt allemal den Vergleich voraus. Wenn der Eskimo seine Winterhütte betrachtet, so kann sie ihm groß erscheinen; doch winzig würde sie ihm vorkommen, sähe er den Palast eines Fürsten. Ein Bauer kann die Milbe in seinem Käse für das Kleinste alles Lebendigen halten; doch wird sie zum Elephanten, verglichen mit den Geschöpfen der Infusorienwelt, in der unser mit dem Mikroskop bewaffnetes Auge alle Tage neue Entdeckungen macht. Wir staunen den Schiffer an, der die Erde umfährt und messen verwundert die Länge seines Wegs durch die Oceane von Zone zu Zone: doch wie klein ist seine Reise, verglichen mit der des Strahls, welcher von der Sonne zur Erde dringt. Wir sind betroffen von der Geschwindigkeit des Adlerflugs, verblüfft von der Schnelligkeit des elektrischen Stromes, der unsere Gedanken auf den Flügeln des Blitzes an den metallenen Drähten in die weitesten Entfernungen trägt: was ist diese Schnelligkeit gegen die Bewegung des Lichts, welches im Weltraume fast drei Millionen geogr. Meilen in einer Minute durchläuft? Wir gerathen in Staunen über das Alter der Pyramiden, die Werke vergangener Jahrtausende; wo schwinden sie aber hin, wenn wir bedeuten, daß der schwache Schimmer des fernsten, uns sichtbaren Nebelflecks über 80 Millionen Jahre braucht, um unser Auge zu erreichen? – Nennen wir nicht Alle unsere Welt, die Erde, groß? Und was ist diese Erde im Sternenkreise, dem sie angehört: –im Ringe der Milchstraße, des Sternengürtels, welcher 20 Millionen Sonnen zählt? Und was ist selbst diese Milchstraße unter den Myriaden von Milchstraßen, deren Gesammtheit eins der Weltsysteme ausmacht, welche, ungezählt und unzählbar, sich in dem unendlichen Weltraume bewegen? – Wir beugen unser Haupt vor einem Menschen, der auf einem Bröckchen jener Erde, jenes Stäubchens im Aether, das Recht des Stärkern übt; wir sinken nieder vor einem andern, der sich ausgibt als der Statthalter Gottes, und sich heilig und unfehlbar nennen läßt; und was ist die Milbe, – man nenne sie Kaiser oder Papst,–