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aus den lichten Ideen des griechischen Lebens in die Finsterniß der leeren Scheinwelt; nicht die Nacht, die mit tödtendem Frost auf den Menschen lag; nicht die Eigensucht, in welcher alles Lebendige erstarrte; nicht die Zeiten, da die alte Welt in ihren eigenen, fressenden Feuerflammen sich verzehrte, und allgemeine Fäulniß im Staat und Volksleben war; nicht jene Mitternachtsstunden der Vergangenheit, da die Hölle selbst aus dem Abgrund zur Erde aufgestiegen schien, um alles Menschliche und alle Bildung auszutilgen, hat die ewige Kraft des griechischen Heldenthums auszutilgen vermocht. Todt und begraben war das verrottete Alterthum, Hellas und Italien, die blühenden Gärten der Menschheit, waren zertreten und bis zum Grund zerstört: aber die Saat ihrer Gesittung, die nicht mehr aufgehen konnte im Boden der Heimath, trugen die Winde über die ganze Erde. Fort und fort haben die Großthaten der hellenischen Geister aus dem Tode das Leben geboren, nach jedem Sterben haben sie ihre Keime im Schooß der Zeiten geborgen: – ja, sind die Arche gewesen, in welche die Menschheit ihr Bestes rettete nach jeder Sündfluth! Selbst das Christenthum konnte sich nur an dem griechischen Feuer erwärmen und in der griechischen Bildung Boden finden, zu dem Riesenbaume aufzuwachsen, in besten Schatten die Menschheit neu erblüht. Was ist geworden aus dem Uebrigen, was die alte Welt als groß gepriesen? Was wurde aus den Giganten am Euphrat? Wer kennt noch die Stätte von den Tempeln des Moloch? Als bleiche Schatten wandeln die Geister des Nillands; erstorben ist Indiens Gluth, Mediens Blüthe ist spurlos vergangen; die Feuerflammen auf Persiens Feldern sind erloschen. Griechenlands ewige Sonne allein glänzt noch goldig vom Olymp herüber und über ihr in reinem, ungetrübtem, verklärtem Himmelsglanz Sion.

Doch zu unserem Bilde! – Was wir heute das Königreich Griechenland nennen, wird im Norden durch einen langen Gebirgsrücken von dem türkischen Thessalien geschieden. Im östlichen Vordrängen nach der Küste steigt derselbe schroff zum hohen Oeta empor und stürzt von da steil, zerrissen, baumlos, in abenteuerlichen Formen zum Meere herab. An dieser Stelle, auf die Weglänge von einer Stunde, sind die Felswände durch einen schmalen, kaum 20–60 Schritt breiten Raum von dem Meer geschieden, und dieser Paß hat stets als das stärkste Thor des eigentlichen Griechenlands gegolten. Seinen Namen „Thermopylen“ entlehnt er von den heißen Quellen (Thermen), welche an dem östlichen Fuße des Oeta entspringen und, dem Herkules geweiht, schon in der griechischen Sagenzeit als Bäder benutzt wurden. – Der Thermopylenpaß wurde, bald nach der Kolonisirung von Hellas, zum Schutz gegen die Einfälle der nördlichen Barbaren befestigt, und in späteren Zeiten sind diese Befestigungen erneuert und oft erweitert worden. Obschon meistens im Schutt des Gebirges begraben, kann man sie doch noch an verschiedenen Stellen erkennen, und manche verengern den Paß so sehr, daß er kaum einem Wagen die Passage gestattet. In den Perserkriegen führten die Phocier eine doppelte Mauer vom Fuße des Oeta bis an’s Meer hin und verschlossen sie mit doppelten Thoren; diese sind jedoch, wie die Werke, welche die Geneuesen in