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Da erhob sich im Kriegsrath König Leonidas und, nach einem begeisternden Aufruf an das Ehrgefühl der Führer, erklärte er, sein Entschluß sey, hier, an der Pforte des Vaterlandes, mit den Seinen zu siegen oder zu sterben. Fortgerissen von dem Hochsinn ihres Königs, schwuren die meisten, mit ihm in den Tod zu gehen. Nur die Peloponnesier zogen sich zurück. 4000 Mann blieben um Leonidas.

Nach ihrer Weise bereiteten sich die Spartaner feierlich zur Schlacht. Sie schmückten sich wie zum Feste. Grüne Reiser zierten ihre Helme. Festspiele wurden angeordnet und ihren Genossen und den Göttern feierliche Opfer dargebracht. Leonidas verteilte hierauf sein kleines Heer an die zur Vertheidigung geschicktesten Stellen des Passes. Er ließ die Verschanzungen verstärken und die Zugänge unwegsam machen. Als dies geschehen war, stellte er sich in den vordersten Befestigungen auf, den Anprall der Perser erwartend.

Xerxes war von der Stärke der Griechen und ihren Anstalten gut unterrichtet. Er hielt es für unmöglich, daß es dem Häuflein mit dem Entschluß zum Widerstand Ernst sey. Er wollte großmüthig erscheinen und den Griechen Zeit zur Besinnung gönnen. In dieser Absicht sendete er Boten an sie, welche sie von der Zahl seiner Krieger, von den furchtbaren Mitteln, die seinen Angriff unwiderstehlich machten, unterrichteten. Er gab ihnen Zeit zum Rückzug. Vier ganze Tage lagerte er Angesichts der Thermopylen. Sein Heer murrte und die Griechen ihrerseits machten keine Anstalt zum Abzug. Nun schickte Xerxes einen Sendboten an Leonidas mit der herrischen Aufforderung: seine Krieger in die Heimath zu entlassen und die Waffen abzuliefern. Der Spartanerkönig aber antwortete: „Xerxes komme und hole sie!“ Da entbrannte der Zorn des Gewaltigen; er befahl seinen Feldherren, am nächsten Morgen die Thermopylen zu erstürmen. Der Angriff geschah mit Tagesanbruch. In dichten Kolonnen drängten die Perser gegen die Verschanzungen; voran das leichte Fußvolk, wohl an 100,000, deren Pfeile die Sonne verdunkelten, ihm nach die schwerbewaffneten Schaaren – zuletzt die Leibwache des Königs selbst, 10,000, die sogenannte Schaar der Unsterblichen. Aber an der eisernen Tapferkeit der Griechen brach sich der Muth und Ungestüm der Feinde, wie am Fels eine Woge. Jeder Sturm wurde abgeschlagen, jeder Angriff für die Angreifenden in eine Niederlage verwandelt. Den ganzen Tag währte das Schlachten. Als das Dunkel der Nacht und die beiderseitige Erschöpfung dem Kampfe ein Ende gemacht hatten, sah man um die Schanzen der Griechen im weiten Halbkreise einen Wall aus den Leichen der Erschlagenen. Xerxes hatte von einem Hügel herab, sitzend auf einem goldenen Thron, der Schlacht zugeschaut. Der Fehlerfolg – den er für unmöglich gehalten hatte, – erfüllte ihn mit Wuth und Schrecken. In dieser Lage erbot sich ein Melier, Ephialtes, einen persischen Heerhaufen auf verborgenen, nur ihm bekannten Pfaden während der Nacht durch die Schluchten des Oetagebirges in den Rücken der Griechen zu führen. Xerxes folgte dem Rath und 20,000 auserwählte Truppen der Perser brachen auf unter