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Riesenkraft, gekleidet in Stahl und Erz. Sie sind geführt von einem Helden im Purpurgewand, der in der einen Hand die Weltkugel hält, als Zeichen der neuen Weltregierung, in der anderen das Schwert und das Zepter, die Völker zu schlagen und zu richten. Wer ist’s? Es ist Carolus Magnus. Lichtstrahlt von ihm aus, wie aus Mosis Haupt, und ein Regenbogen, Heil verkündend, geht von Horizont zu Horizont, und wölbt sich über den halben Welttheil. Die Völker hoffen und unterwerfen sich. In die Fußtapsen des Imperators aber tritt ein Hohepriester, führend der Heiligen Schaar als des Christengottes neuer Hofstaat. Wohl machen viele Diener einen Herrn arm, aber den einzigen Gott machen sie nicht größer.

Ich träume noch ein Mal. Wiederum im Thal der Schrecken und des Wehe. Kelten und Gallier, Römer und Franken, die Ueberwundenen und die Ueberwinder fliehen das Thal; denn auf unzähligen Schiffen sind die Männer des Nordens gekommen, mordend und raubend, sengend und brennend. Die Städte schwinden unter ihren Tritten, das Land wird abermals zur Wüste.

Die warme Sonne behagt aber den Fremdlingen. Sie richten sich häuslich ein, sie vertheilen das Land unter sich, und die alten Besitzer, die das Schwert und das Elend übrig gelassen, werden ihre Sklaven und Leibeignen. „Euch die Arbeit“, sagen sie, „uns den Genuß; euch den Gehorsam, uns die Herrschaft“. Und sie befehlen: „richtet uns Burgen auf, euch zum Zwang, uns zum Schirm“. Und Zinnen und Thürme steigen empor von allen Bergen und von allen Waldhöhen, und das Schwert der Burgherren und Barone herrscht fortan allein. Leibeigen ist ihnen alles Lebendige. Was nicht Ritter ist, lebt durch der Ritter Gnade allein. Auch auf die Waldeshöhe an der Seine Strand schleppen Tausende auf das Geheiß Steinblöcke zu Mauern und Thürmen, und als die Burg fertig ist, hängt der Baron sein Wappenschild über dem Thore auf und nennt das Schloß nach seinem Namen. Chateau Tancarville aber ist gefürchtet im ganzen Lande wie den Horst des Adlers die kleinen Vögel des Waldes fürchten. –

Noch ein Mal träume ich, – den letzten Traum. Aus dem Thale zieht es herauf mit Schalmeien und Trompeten, ein langer, langer Zug, hoch zu Roß Herren und Frauen in Goldbrokat und Seide, kein Krieges-, – nein! ein Königszug. Und ein König kommt wirklich, wenn er auch nur eine papierne Krone trägt. John Law, der das Genie der Rothschilde, Fould und Pereire vor hundert Jahren in seinem Kopfe trug, John Law, der Zauberer, der es verstanden hat, ganz Frankreich, – Hof wie Volk, – den Veitstanz des Börsenschwindels tanzen zu lassen, – John Law hat Schloß Tancarville um eine Million Livres erkauft, und er ist gekommen, sein Einzugsfest zu halten. Doch ehe noch der Herbst den Wald entblättert, ist das Schloß wieder verödet, geflohen ist sein Besitzer, seine Papierkrone ist abgefallen, Law ist zum Bettler geworden; Profoß und Gerichte schlagen das Schloß dem höchsten Bieter zu und dieser ist – der Schneider des Entflohenen. – –

So steigen Reiche und Nationen, Staaten und Menschen, Könige und Bettler auf und nieder. –