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In solcher Weise that und schaffte der Mann, dessen großartiger Sinn für ein gemeinnütziges und wohlthätiges Wirken jene Prachtbauten aufrichtete, welche unser Bild in seinen engen Rahmen gefaßt hat. Girard gebrauchte kühn das Glück, wenn es sich ihm anbot; er faßte es beim Schopf, wenn es ihm begegnete. Er machte es nicht wie die meisten Menschen, die mit ihm spielen, und bald gewinnen, bald Alles verlieren, je nachdem sein Rad rollt. Er hielt den Reichthum werth; aber er pflegte zu sagen: „Reichthum bringt nicht Frieden. Nichts kann den Frieden bringen, denn die Verfolgung eines großen und guten Lebenszwecks“.

Stephan Girard begann seine Laufbahn als Schiffsjunge auf einem kleinen Kauffahrer. Schläge waren sein täglich Brod. Er hielt aus, wurde Matrose, stieg zum Steuermann und im 24. Jahre führte er als Kapitän seines Herrn Schiff. Das tückische Element war ihm jedoch nicht hold. Schiffbrüchig, rettete er kaum das nackte Leben, gab das Schiffergewerbe auf und fing einen Hausirhandel auf dem Lande an, mit dem es ihm anfänglich auch nicht glücken wollte. Er zog mit seinem Waarenkarrn von Ort zu Ort, von Staat zu Staat, tauschte, gab Kredit, machte bald da einen Gewinn, und wurde bald dort um noch mehr betrogen. Er gerieth in Schulden und Verlegenheiten, welche keine andere Wirkung hatten, als seine Anstrengungen zu verdoppeln, und ihn vorsichtiger zu machen. In wenigen Jahren überwand er alle Verluste, er kam zu Vermögen, und durch seinen persönlichen Kredit konnte er über das Vermögen Anderer gebieten. Strenge Redlichkeit und unverbrüchliche Treue im Einhalten seiner Versprechungen und Verpflichtungen waren die Träger seiner Handelsweise und erwarben ihm bei Allen, die mit ihm verkehrten, unbeschränktes Vertrauen.– Der Millionär Stephan Girard machte einst die Bemerkung: „Als ich 1000 Dollars werth war, kommandirte ich mehr Geld als heute“.

Ohne eigentlich vom Glück begünstigt zu werden, aber durch kluge, umsichtige Kombinationen und ein spekulatives, großartiges, kühnes Benutzen derselben, verbunden mit eisernem Fleiße, wurde Girard allmählig der reichste Mann des Landes. Kein Zweig der Geschäfte war ihm fremd. Er hatte sich in Philadelphia niedergelassen, und von da aus errichtete er seine Filiale in allen Theilen Amerika’s. Er baute Schiffe, Kanäle, Eisenbahnen, errichtete Banken, seine Spekulationen umfaßten den Erdkreis. Dabei blieb seine Lebensweise so einfach, wie sie gewesen, als er im kleinen Store feil hielt. Er arbeitete täglich zehn Stunden auf seinem Kontore, und opferte von der übrigen, ihm zur Ruhe und Erholung nöthigen Zeit noch einen beträchtlichen Theil, um Andern zu rathen, Hülfsbedürftige anzuhören, Vorschläge und Pläne zum gemeinen Nutzen zu prüfen und den öffentlichen Angelegenheiten des Staats als guter Bürger zu dienen. Kein Wunder, daß er unter seinen Mitbürgern der Gegenstand allgemeiner Verehrung war. Wenn das kleine schwächliche Männchen mit der von Sorge und Arbeit tiefgefurchten Stirn und dem wohlwollenden Auge (das eine war erblindet) durch die Straßen ging, so begegneten ihm auf jedem Schritt die Zeichen der öffentlichen Aufmerksamkeit und Hochachtung. Viele kamen expreß nach Philadelphia, um eine Gelegenheit zu haben, den