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Frankreichs nach dem Kommando des „Herrn“ steuert? Wo ist er hergekommen der Schwarm kaiserlicher Prinzen und Prinzessinnen und welcher Platzregen hat die Fluth der Oberst-Hofdamen und Oberst-Kammerherren, der Herzöge und Barone so urplötzlich in diese Säle ergossen? Wo sind sie her? fragt die Gegenwart; wo sind sie hingekommen? wird die Zukunft fragen! Mit ihrem Herrn und Meister sind sie aus dem Nichts in’s Daseyn getreten, wie Irrlichter aus dem Sumpfe in warmer Sommernacht, lind mit ihm werden sie wieder verschwinden. Die dumme Welt schreit Wunder über den Spuk, und jeder alte Mann hat es doch mit angesehen, wie diese Franzosen weiße Bänder trugen, ihren König neben Gott den Vater setzten, und einen Jeden, der nicht ihres Glaubens war, auf’s Armensünderstühlchen oder als Jakobiner in die Bastille brachten; wie bald darauf diese nämlichen Franzosen die Prätorianer des Königthums aus den Fenstern stürzten und statt der weißen Bänder dreifarbige trugen und wie Jeder, der nicht als Aristokrat am Strick baumeln wollte, in Kamaschen oder in Reiterstiefeln in den Salons der Tuilerien erscheinen mußte, wo die Damen der Halle die Honneurs des Hauses machten. Und wieder ein Weilchen, so sahen wir sie mit goldgestickten Mänteln, Bienen statt der Lilien und den kaiserlichen Namenszug im Knopfloch. In den Nischen der Empfangssäle aber, wo die Statuen der Freiheit und des Brutus gestanden, glänzten die vergoldeten Vögel des Jupiter, die Blitze des Eroberers nach allen vier Himmelsgegenden schleudernd, und in den Soireen drängten sich die Könige und Fürsten, die der Sohn des korsischen Advokaten aus altem und neuem Teig geknetet. Wieder ein Weilchen – so verschwanden Bienen und Adler, noch einmal blühten die Lilien an den Wänden und noch einmal betraten die alten Geschlechter die parquettirten Fußböden der Tuilerien und zauberten die alten Zeiten der Könige zurück: – aber auch sie verschwanden wieder wie Schemen, als mit der wiedererstandenen Republik das Proletariat einzog in den Palast der Herrscher und der Arbeiter Albert gemeinschaftlich mit Arago und Lamartine, dem Weisen und dem Dichter, das stolze Staatsschiff Frankreichs im Sturme lenkten. Noch einmal ließen die Franzosen auch die Republik fallen – ein Abenteurer, ein Emporkömmling, wie er sich selbst genannt hat, warf sie zur Thüre hinaus im Umsehen, und wer es übel nahm, dem gab er blaue Bohnen zu essen, oder hieß ihn Kohl bauen in Cayenne und Algerien. Nun sage man uns, die wir dies Alles erlebt haben, noch von Wundern und Hexerei! – Ist in allen diesem Verstand? Ist nicht Alles wie Schattenspiel gewesen, und haben die Franzosen nicht von Zeit zu Zeit, wie ein mit der Fallsucht Behafteter, ihren Paroxismus gehabt, der sie dumm, kindisch, widerlich, verächtlich, unerträglich machte? Doch – da fällt mir ein, daß man nicht splitterrichten soll, wenn man den Balken im eigenen Auge fühlt. Unsere guten Deutschen haben, Gott sey’s geklagt! auch ihre dummen Zeiten; nur redet man nicht gern davon, weil es Leute gibt, die es nicht hören mögen.