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wieder heim, bis der letzte der Kickapoos erlegt war. Ein schon fast versunkenes Steinkreuz dicht am Fels erinnert an die tragische Geschichte.

Die Pfarrkirche der Gemeinde liegt romantisch auf einer mit altem Mauerwerk besetzten Anhöhe, – es ist die Kapelle der französischen Veste Fort Chartres, – noch aus der Zeit, wo Law mit seinem Mississippi-Projekt die Welt schwindeln und glauben machte, Frankreich habe in Louisiana das Eldorado gefunden. Law, dem der Staat für seine berüchtigte „Kompagnie des Westens“ Louisiana mit allen Beilanden, von dem Delta des Mississippi an bis zu den Canadischen Seen, verlieh, ließ jene Veste erbauen und machte sie zum Centralsitz seiner kurzen Verwaltung. Nach dem schmählichen baldigen Untergang aller seiner Pläne und Unternehmungen fiel das Land an die Krone Frankreich zurück, und diese machte die Veste zum Stützpunkt ihrer Macht in ihren Fehden mit den Indianern und den nachherigen Kriegen mit den Engländern. 1762 trat Frankreich den Theil von Louisiana, der östlich vom Mississippi lag, den Briten ab. Fort Chartres ward nun Grenzfestung und wurde als solche erweitert und stark besetzt: aber in den späteren Kriegen mit den Engländern ging sie an diese nach einer hartnäckigen Vertheidigung verloren. Eine furchtbare Katastrophe vertrieb die Besatzung im Jahre 1772. Der Mississippi hatte nach und nach den Hügel unterwaschen, auf dem das Fort stand; in einer Nacht stürzten drei Bastionen zusammen, ein Theil der Garnison kam in den Trümmern um, der Rest floh, und da sich erwies, daß der Platz ohne enorme Kosten nicht herzustellen war, so wurde er aufgegeben und verfiel gänzlich. Die Kapelle, die den umliegenden Kolonen überlassen wurde, ist das einzige noch erhaltene Gebäude der in der Geschichte Louisiana’s denkwürdigen Veste.

Um die Trümmer derselben hat sich ein Sagenkreis gebildet, und wie man die Männlein aus Venedig ehedem mit der Wünschelruthe um unsern Kyffhäuser schleichen sah, um die gebannten Schätze zu heben, so finden sich noch zuweilen Leute ein, die in dem Gemäuer nach den goldgefüllten Truhen wühlen, welche der Baumeister dort eingemauert haben soll. Viele Millionen Livres waren nämlich zum Bau der Festung nach Louisiana gegangen – und als sie halb fertig war, verlangte der Architekt weitere Millionen zur Vollendung. Da wurde eine Kommission von Experten aus Frankreich geschickt, um Rechenschaft über die Verwendung so großer Summen zu fordern, und da soll sich erwiesen haben, daß mehre Millionen unterschlagen worden. Der Baumeister wurde in Fesseln geworfen und nach Frankreich abgeführt; aber wo das Geld hingekommen, konnte man mit allen Martern der Tortur von ihm nicht erfahren. Später kam der Glaube auf, er habe es vermauert; und der Glaube mag wahr seyn, auch wenn er keinen Livre veruntreut hat, wie der Unglückliche dieses unter allen Qualen betheuerte. Noch staunt man die bombenfesten Gewölbreste an, denen kein Geschütz etwas anhaben konnte, um sich desto mehr über die minirende Kraft des Stroms zu verwundern, welcher in einer Nacht zerstörte, was Menschenhände für Jahrhunderte aufgerichtet zu haben wähnten. –