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DCCXX. Das Kosciusko-Denkmal zu Westpoint.




Ich bin ein Ketzer vor jedem Gnadenbilde und Reliquienkasten, ich bin ein Profaner bei jedem Festmahl der Adepten, mich dünkt die heilige Salbe für die Häupter der Könige ranzig und vor dem Canon der Autorität in Kirche und Staat, in Wissenschaft und Kunst ist mein Respekt nicht groß; – ich spotte der Tyrannin Meinung, welche, wie die Mode, Schnitt und Farbe mit jedem Tage wechselt; ich verachte den Wetterhahn Volk – jenes Lumpen-Volk nämlich, das den Götzen, welchen es heute anbetet, morgen in die Gosse wirft und mit Füßen tritt, und mit bitterer Ironie blicke ich in die eigene Seele voller Widersprüche, auf den Geist, der, wie ein Adler mit gelähmten Flügeln, sehnsüchtig den Blick nach der Sonne wendet, und bei jedem Versuche, den Flug hinan zu richten, zur Erde niederflattert. Nur Eins kann mich erheben und nur das Eine kann mir Ehrfurcht abnöthigen: die Betrachtung der Natur und großer Menschen. Wenn ich die Runen der Erdgeschichte lese in jeder Handvoll Kies, die ich aufraffe vom Pfade meines Gartens; wenn der bewaffnete Blick, dringend in die Tiefen des Weltraums, die Seele mit den Schauern der Ewigkeit, der Unendlichkeit, der Allmacht und der Allgesetzlichkeit übergießt, so fühle ich mich leicht unter meiner Erdenlast, und obschon vor der Fackel der Geschichte die Fabeln der Kindheit von verlorenen Paradiesen und untergegangenen goldenen Zeitaltern längst verschwunden sind, so richtet sich doch mein Auge immer dankbar und ehrerbietig empor zu den Marksteinen und Wegsäulen, die aus dem Grase der Menschensteppe ragen. – Seht hin! Dort steht der Gründer eines tausendjährigen Weltreichs, hier die höhere Gestalt eines Apostels der Wahrheit und der Tugend; dort ein Lehrer der Menschen für Jahrhunderte; da ein Entdecker im Gebiete des Geistes, oder ein Held, der für die höchsten Güter der Menschheit sich geopfert; da ein Engel, welcher sich aus den Flammen des Scheiterhaufens aufschwingt; dort ein Gekreuzigter, der Vergebung