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ihren Stachel. „Man muß ihn hassen und – bewundern“, sagten von ihm seine Feinde. – „Wenn ich ihm den Kopf abschlagen lassen würde, müßte ich ihm eine Ehrensäule setzen“, antwortete der Czar, als man ihm rieth, lieber dem gefangenen Feldherrn als Rebellen den Prozeß zu machen, als ihn in Freiheit zu setzen.

Kosciusko erhielt seine militärische Erziehung in Frankreich. Als der Kampf der Nordamerikaner gegen den Despotismus des Königthums losbrach, war er polnischer Hauptmann. Sein für das Große und Hohe empfänglicher Sinn ließ ihn nicht ruhen. Er forderte und erhielt den Abschied, eilte nach Boston und stellte sich zum Kampfe für die Menschenrechte dem großen Washington zur Verfügung. Der junge Pole wurde der Adjutant des Feldherrn. Er focht mit Auszeichnung in allen Schlachten. Seine Tapferkeit, seine Kenntnisse, die Hoheit seines Charakters erwarben ihm Washingtons und Lafayette’s Freundschaft; Franklin beehrte ihn mit seinem Umgang; die Generäle und Staatsmänner Nordamerikas überhäuften ihn mit den Zeichen ihrer Hochachtung. – Kosciusko und Lafayette waren die einzigen Europäer, denen der Kongreß den Dank der befreiten Nation votirte und die er mit dem Cincinnatusorden schmückte.

Nach dem vollständigen Triumph der Volksfreiheit in der neuen Welt in sein Vaterland zurückgekehrt, trat er dort bald an die Spitze jener Männer, die das von der Habgier der zum Untergange Polens verschworenen Fürsten zerrissene und niedergetretene Vaterland wieder aufzurichten strebten. Bei der Neubildung der polnischen Nationalarmee 1789 gab ihm der Reichstag das Kommando einer Brigade. Er erklärte sich für eine freie Verfassung und sprach sich kühn für die Aufnahme des großen Kampfes gegen die Uebermacht der nach einer letzten Theilung Polens lüsternen Nachbarn aus. In den Feldzügen von 1791 und 92 bedeckte er sich mit Ruhm. Mit 4000 Mann polnischer Landwehr widerstand er 20 Stunden lang dem Angriff einer Kolonne von 16,000 Mann russischer Kerntruppen bei Dubienka und glücklich führte er sein auf die Hälfte geschmolzenes Häuflein der Hauptarmee zu. Diese That schuf eine große Meinung von seinem Feldherrntalente. Kosciusko sollte an die Spitze des Heeres gestellt werden; doch der schwache König Stanislaus verlor Plötzlich den Muth zum längeren Widerstande gegen die feindliche Uebermacht und in einer bedrängnißvollen Stunde unterwarf er sich dem Willen der Kaiserin Katharina. Kosciusko, unfähig, die Schmach des Vaterlandes zu ertragen, legte hierauf seine Würden und Aemter nieder und suchte in der Nähe von Leipzig ein stilles Asyl. Das war im Jahre 1792. Die Freiheit feierte damals in Frankreich ihren Triumph gegen das verbündete Europa; der Konvent dekretirte Kosciusko das französische Ehrenbürgerrecht ; er lud ihn ein, die Nation als ihren Gast zu ehren. Aber Kosciusko, unfähig jedes andern Gefühls als dem des Schmerzes über die Erniedrigung Polens, auf welchem die russische Faust schwerer ruhte, als die Hand des Herrn auf den Sklaven, dankte und lehnte ab. Später sammelten sich einige Männer aus den edelsten Geschlechtern um Kosciusko, und den Berathungen derselben zur Rettung Polens