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entsprang jener Plan, welcher mit Hülfe eines Volksaufstandes die Russen aus dem Lande werfen und den Todeskampf um Freiheit und Unabhängigkeit aufnehmen wollte. Die Vorbereitungen geschahen von den Verbündeten in der Stille des treubewahrten Geheimnisses. Noch bestand ein Königreich Polen dem Namen nach; freilich nur ein leerer Schatten. Als aber ein petersburger Ukas befahl, das polnische Heer dem russischen einzuverleiben, und jenes in das Innere Rußlands abgeführt werden sollte: da brach, von den entrüsteten Volksleidenschaften aufgestachelt, der Aufstand vor der Zeit los. Alles griff zu den Waffen und Kosciusko wurde zum Oberfeldherrn berufen. Die russischen Besatzungen wurden aus Krakau, Warschau und vielen andern Städten des Landes verjagt, und zogen sich in die festen Plätze zurück. Kosciusko erließ nun einen Aufruf an die Nation, hielt ihr die ganze Kühnheit und Größe ihrer Aufgabe vor, und zeigte, mit der Begeisterung eines Helden und Apostels, auf den Kampf hin, in welchem jeder Pole Leben und Habe dem Vaterlande willig zum Opfer zu bringen habe, wenn es aus solchem Streite als Sieger hervorgehen wolle. Der Aufruf wirkte. Die Kleinmütigen flohen aus dem Lande; die Festen und Braven griffen zum Schwert, die Bauern zur Sense. Ganz Großpolen stand auf in wenig Tagen und jagte die meisten preußischen Besatzungen fort. In den durch Rußland abgerissenen Provinzen erhob sich ebenfalls die Fahne der Empörung. Ueberall bildeten sich Heerhaufen unter bewährten Führern, oder Freischaaren, welche die Kommunikationen der feindlichen Truppen unterbrachen, die Zufuhren auffingen und ihre Eskorten aufhoben oder niedermachten. Aber ein Zusammenwirken aller Kräfte war in der kurzen Zeit, welche Kosciusko zum Organisiren übrig hatte, nicht zu ermöglichen. Preußische, österreichische und russische Heersäulen drängten von allen Seiten heran. Kosciusko hatte in wenigen Wochen ein Heer von 20,000 alten geübten Truppen und 50,000 Mann Landsturm gesammelt. Es galt, mit diesen gegen vier feindliche Armeen, alles krieggewohnte Kerntruppen, die zusammen 170,000 Mann mit 600 Kanonen zählten, zu operiren. Seine größte Macht war das Vertrauen auf sich selbst und auf Gott; seine stärksten Waffen waren sein Heldenmuth, das Vertrauen seiner Mitbürger und die Hingebung seiner Truppen. Die ältesten Generale, mit denen er früher gedient hatte, ordneten sich seinen Befehlen gehorsam unter; ergraute Legislatoren dienten in seiner Umgebung; die jungen Söhne der Fürsten und Magnaten einigten sich zu Schwadronen, stolz darauf, die Befehle Kosciusko’s zu den härtesten Leistungen und gewagtesten Unternehmungen auszuführen. Der Neffe des Königs selber, einst sein General, blieb, seines Winkes gewärtig, als Adjutant an seiner Seite. Keine Nation hat je schönere Tage der Hingebung für ihre Freiheit und Selbstständigkeit gesehen, als damals Polen. Kosciusko war nicht bloß Feldherr: ausgerüstet vom Reichstage mit unumschränkter Gewalt führte er, zugleich mit dem Schwerte, die Zügel in allen Zweigen der Verwaltung, überall Ordnung schaffend, die Ausgaben regelnd, Verschleuderungen und Veruntreuungen hemmend und hindernd und neue Hülfsmittel erforschend, wenn die alten versiegten. Im Kriege ein