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Cäsar, vereinigte er den Rechtssinn eines Aristides mit der Bürgertugend und Charaktergröße eines Washington und der Staatsweisheit eines Sully. Manche Woche kam kein Schlaf in seine Augen. Seine Ausdauer schien mehr als die eines Menschen. Aus dem Staatsrath eilte er auf’s Schlachtfeld; von der Rednerbühne in den Kriegsrath, aus der Kanzlei in die Laufgräben. Bald diktirte er einen Feldzugsplan, bald einen Gesetzentwurf für das Wohl des Volks und Reichs. Er hob die Leibeigenschaft auf, reformirte die Gerichtsverfassung, setzte einen Nationalrath ein und bahnte tausend Reformen und Verbesserungen zur Beglückung des Vaterlandes den Weg, während die Kanonen der Schlachten die Erde dröhnen machten. Ein Cincinnatus, größer als der des Alterthums, war er zugleich Bürger und Gesetzgeber, Staatsmann und Feldherr, Regent und Soldat, Unterthan und Diktator. Den schwachen Stanislaus behandelte er mit Achtung, seine Umgebung, den Hof, mit Schonung. Die militärischen Kräfte Polens durch sein Genie vervielfältigend, erschien Kosciusko selbst den Feinden wie ein Halbgott. Der König von Preußen bekannte offen, er sey unüberwindlich. Doch von der Seelengröße des Mannes hatte auch er keine Ahnung; denn er machte ihm glänzende Anerbietungen.

Der Krieg rasete durch das unglückliche Land. Es half nichts, daß der Sieg dem polnischen Oberfeldherrn von Schlachtfeld zu Schlachtfeld folgte. Immer neue Heersäulen zogen auf Befehl der Kaiserin Katharina aus ihrem weiten Reiche gegen Polens Grenzen; Preußen drängte von Westen her, Oesterreich von Süden. Gegen so viele Feinde hielten Polens Kräfte nicht aus. Kosciusko, genöthigt, gegen alle Front zu machen, mußte sein Heer theilen, und die Unterbefehlshaber der einzelnen Korps unterlagen bald da, bald dort. Als die Polen unter Sierakowsky im September 1794 in der zweitägigen Schlacht bei Brzec in Litthauen durch die russische Uebermacht überwunden waren, drang Suwaroff mit seinem Heere unaufhaltsam gegen das Herz des Reichs vor, – alles vor sich niederwerfend, was ihn aufhalten wollte. Mit Mühe hatte Kosciusko noch ein Heer von 21,000 Mann, meistens Landwehr, bei Warschau gesammelt. Kühn ging er mit demselben den Russen entgegen, nicht rechnend mit der Ueberzahl der Feinde, deren Muth gehoben wurde durch das Vertrauen, das so viele Siege und Suwaroffs Ruhm einflößten. 12 Meilen von Warschau, bei dem Städtchen Macziewice, trafen die beiden Heere aufeinander. Es war am 10. Oktober. 80,000 Mann waren die Russen stark; 20,000 zählten die Polen. Dreimal stürmten die Russen gegen die polnische Fronte an; dreimal wurden von den Kartätschen ihre Kolonnen gelichtet und ihre Reihen niedergestoßen von den polnischen Bajonetten. Die Bataillone der Polen standen wie eherne Mauern: vor ihnen thürmten die Leichen der Rüsten sich zu Wällen auf. Da rief Suwaroff die Reserven herbei und selbst stürmte er nun zum vierten Male mit verdoppelter Zahl. Die Wucht des Anpralls war so ungeheuer, daß die Linien der Polen durchbrochen, nicht zurückgedrängt wurden. Es entspann sich ein Kampf Mann gegen Mann, oder vielmehr Vier gegen Einen. Vergeblich waren Wunder der Tapferkeit, vergeblich fielen 10,000 Russen; die polnischen Haufen