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schmolzen zusammen, die meisten Generale und Offiziere waren todt oder verwundet; aber hoch zu Roß kämpfte noch Kosciusko im dichtesten Getümmel, seine Tapfern durch sein Beispiel entflammend, durch seinen Zuruf anfeuernd. Schon blutete der Held aus 5 Wunden und noch blitzte sein Degen: da traf ihn eine Kugel in die Brust: – Nacht umflorte seinen Blick und mit dem Schmerzensruf: „Finis Poloniae!“ sank er bewußtlos vom Pferde. Er wurde, noch athmend, aus einem Haufen Leichen hervorgezogen und als russischer Gefangener fortgeschleppt. Polen war verloren. Suwaroff erstürmte Praga und schändete seinen Sieg durch unmenschliche Grausamkeit gegen die Ueberwundenen. Warschau unterwarf sich am 9. November. Die Preußen drangen durch Großpolen vor; das österreichische Heer bis Lublin. Das übrige Land besetzten die Russen. Die dritte Theilung des Reichs vollendete die schwärzeste That der neueren Geschichte, und die Meinung der Welt brandmarkte sie als ein Verbrechen, das nach Sühne zum Himmel schreit. Polen, als Staat, hatte aufgehört zu seyn.

Das Verfahren gegen den gefangenen Helden und seine Leidensgefährten war einer Katharina würdig. Das unedle Weib, berauscht vom Siege, ließ sie in die Kerker werfen. Erst nach der Kaiserin Tode öffneten sie sich. Kaiser Paul I. gab die Männer frei. Er ließ Kosciusko vor sich führen und überreichte ihm seinen Degen; aber der Held antwortete: „Czar, ich brauche ihn nicht, denn ich habe kein Vaterland mehr“. Niemals hat er wieder eine Waffe getragen. Paul, überwältigt von so viel Seelengröße, beschenkte Kosciusko, der auch sein Vermögen auf dem Altar des Vaterlandes geopfert hatte, mit großen Gütern; aber auch diese wies der Cincinnatus mit den Worten zurück: „ich habe genug, mir Rüben zu bauen, und mehr bedarf ich nicht“. Kosciusko ging in Begleitung eines Freundes Niemcewicz nach Frankreich und England, wo ihn eine Botschaft des nordamerikanischen Kongresses überraschte, der ihn als Ehrengast einlud. Er folgte dem Rufe und wurde von dem freien Volke wie ein König empfangen. Alle Parteien suchten einen Wetteifer darin, ihm ihre Verehrung auszudrücken. Der Kongreß votirte ihm einen Jahrgehalt, und bot ihm denselben mit so viel Zartsinn an, daß ihn Kosciusko nicht ausschlagen konnte. Seine Landsleute schickten ihm den Säbel Sobieski’s; – er rührte ihn nicht an. Der Held der Freiheit wollte nur für die Freiheit seines Vaterlandes kämpfen. Als Napoleon aus den Polen im Feldzuge von 1807 ein Werkzeug gegen Rußland schmieden wollte, und denselben Wiederherstellung des Reichs und eine Verfassung versprach, warnte Kosciusko seine Landsleute vor den trügerischen Lockungen. Vergeblich. Die Polen erhoben sich unter Dombrowski und sie sandten eine Deputation ab, um Kosciusko an die Spitze des Heeres zu berufen; er antwortete: er wolle nicht die fremde Lüge mit seinem Degenknopf besiegeln, und damit lehnte er den Ruf ab. Napoleon drohte, ihn, der inzwischen nach Europa zurückgekehrt war, und sich bald in der Schweiz, bald in Paris aufhielt, mit Gewalt nach Polen zu schaffen, – er lachte der Drohung und war unempfindlich gegen die lockenden Anträge, die ihm die kaiserliche Regierung machte, um ihn für ihre Pläne zu gewinnen. Napoleon vergaß sich so weit, daß