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| Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Sechzehnter Band | |
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von Jahr zu Jahr besser erkannt und benutzt werden. Der Hafen ist der belebteste am ganzen See; die regelmäßige Verbindung mit den übrigen Städten des Ufers besorgen 9 Dampfschiffe und die Zahl derselben ist beständig im Wachsen.
Das Bild läßt uns die Felsenpforte schauen, durch welche der Niagara, drei Stunden unterhalb der berühmten Fälle, in den Ontariosee abfließt. Links oben auf der Zinne des 250 Fuß hohen durchbrochenen Felskamms sehen wir eine Denksäule. Sie ehrt den General Brock, und steht auf dem Fels, dem der Entdecker der Niagarafälle, Pater Hennepin, ein Missionär, seinen Namen gab. Die Thorwand rechts heißt die „drei Berge“ wegen dreier, jetzt mit hohem Wald überwachsenen Klippen. Seitdem Eisenbahnen und Dampfschiffe die Touristen jährlich zu Hunderttausenden nach dem Niagara bringen, hat die Spekulation auch diese Gegend mit bequemen Wegen zugänglich gemacht. Jetzt führen zu jeder Hohe mit freier Aussicht gebahnte Pfade, und an jeder Felszacke klettert ein Steg hinan, um den Genuß der Landschaftsbilder zu erleichtern. Auch die Ceremonienmeister fehlen nicht, jene dienstfertigen Geister, die aus der Präsentation der Scenerie ein Geschäft machen und den Dollar des Reisenden so willig empfangen, wie ein dienstthuender Kammerherr die goldene Dose. –
Die umfassendste Vista ist von Brocks Denkmal. – Weit schweift der Blick über die herrliche Wasserfläche und das Land hin. Hunderte von Schiffen mit weißen Segeln und zahlreiche Dampfer durchschneiden den See nach allen Richtungen, und die blühenden Städte am Ufer beschauen sich, ihrer Schönheit froh, in der klaren Fluth. Zunächst unmittelbar au der Mündung ragen die gepanzerten Wächter Fort Niagara an der amerikanischen, Fort George auf der kanadischen Seite, jetzt friedlich mit einander kosend. – Die diesseitigen Ufer sind flaches, fruchtbares Marschland, mit zahlreichen, in Obsthainen versteckten Gehöften, inmitten üppiger Getreidefelder
Joseph Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Sechzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1854, Seite 68. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_16._Band_1854.djvu/73&oldid=- (Version vom 5.10.2025)