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der Civilisation zu eigen gemacht, die Ideen aber konsequent verfolgt, welchen die europäische Gesittung entsproß. Jene waren ihm ein Werkzeug seiner Macht, in diesen sah er den gefährlichsten Feind seiner Pläne. Seine Nachfolger sind keinen Zoll breit von diesen Grundsätzen abgewichen. So steht nun das heutige Moskowiter-Reich da, wie ein Gebilde aus einem Guß: ein Geist, ein Ziel, ein Wille beleben diesen Riesenkörper bis in seine äußersten Glieder, und erst jetzt hat es der Welt den Beweis geliefert, daß an Kraft und Mitteln es sich mit den vereinigten Großmächten Westeuropa’s zu messen versteht. Der Krieg hat Rußlands Macht erstarkt im Selbstvertrauen, hat ihm selbst die eigenen Schwächen und Gebrechen kennbar gemacht, deren Heilung seine nächste Sorge ist, er hat den Prüfstein an Freund und Feind gelegt und seiner Politik nach außen ein so kluges Spiel gelehrt. Nicht den Westmächten, nein! Rußland muß am Ende der Rechnung der Gewinn zugesprochen werden, wenn man unparteiisch die Bilanz zieht.

Nun kommt die andere Zeit, die Zeit, in der die Saat des nationalen Zerwürfnisses aufgeht, welche zwischen die Alliancen der Westmächte geworfen ist. Der stille Krieg ich an den Platz des lauten Kampfes getreten, der seine Schlachtendonner durch die Berge rollte. Der unter der Asche glimmende Streit unter den Partei-, Volks- und Dynasten-Interessen, er wird von Neuem sich entzünden, er wird die Lebenskraft der Weststaaten verzehren, um Rußlands regenerirter Uebermacht die Gelegenheit zu geben, das prophetische Wort des Gefangenen von St. Helena noch innerhalb der gegebenen Frist in Erfüllung gehen zu lassen.

Eine der frühzeitigsten Bestrebungen Rußlands war das Aufgeben seiner Binnenstellung, die Verbindung mit den Meeren. Es fand ein uraltes Kulturvolk, das vom Altai eingewandert war, die Finnen, welche die Küsten der Ostsee und ihrer beiden Meerbusen bewohnten und ihre Zweige bis nach dem Ural hinstreckten. Die Schweden brachten um’s Jahr 1300 das Christenthum in’s Land; mit dem Kreuz das Schwert. Drei Jahrhunderte hindurch kämpften die Finnen mit abwechselndem Glück um ihre Unabhängigkeit, nicht nur gegen die Schweden, sondern auch gegen ihre deutschen Nachbarn, die mächtige Republik Nowgorod, und gegen die kriegerischen russischen Könige. Die schwedischen Waffen waren siegreich. Der große Schwedenkönig Gustav Adolph sah nicht bloß Finnland, sondern auch Esthland, Lievland und Kurland unter seinem Scepter vereint und zur lutherischen Lehre bekehrt. Da erhielt Rußland seinen Peter den Schaffenden, und dieser große Mann schob den Riegel zurück, welcher die Entwickelung Rußlands hemmte. Kühn beanspruchte er die Küstenländer, um Petersburg zu bauen und sein Reich zur Seemacht ersten Ranges heranzubilden. Der Sieg von Pultawa erwarb ihm die werthvollsten finnischen Provinzen und befreite sein junges Petersburg für immer von gefährlicher Nachbarschaft. Noch widerstand zwar der Patriotismus des eigentlichen Finnlands den Eroberungsgelüsten der Nachfolger Peters, bis unter der Regierung des letzten Wasa auch an ihm das lang vorbereitete Geschick sich erfüllen sollte. Napoleon verlangte den Zutritt Schwedens zum Kontinentalverein