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gegen England, und Rußland eilte, auf dessen Weigerung, an Finnland Exekution zu vollziehen. Alle Anstrengungen der schwedischen Tapferkeit blieben fruchtlos. Beim Tilsiter Frieden gab Napoleon Rußland die Einwilligung zum Verschmelzen Finnlands mit dem russischen Völkerkoloß. Schweden selbst mußte im Frieden von Fredriksham 1809 die Abtretung ganz Finnlands und der Alands-Inseln und das volle Besitzthum Rußlands anerkennen und somit die älteste und theuerste seiner Eroberungen verloren geben. Das russische Scepter gebot seitdem bis zum Nordkap; es herrschte über sämmtliche finnische Stämme.

Finnlands Wichtigkeit beruht in seiner geographischen Lage. Es ist ein armes, ödes Waldland, das für seine 224 Bewohner auf die Quadratmeile der meisten Mittel des Lebens entbehrt und fast jeden Bissen Brod vom Nachbar, dem wohlhabenderen Esthland, kaufen muß. – Wer Finnland besuchen will, kommt gewöhnlich mit dem Dampfboot von Reval, welches regelmäßig nach Helsingfors fährt. Es ist fast immer eine unruhige Fahrt bei trübem nebligen Wetter mit kurzen scharfen Windstößen und steilem, heftigen Wellenschlag. Unzählige Mövenschwärme, die auf den Ausläufern der Scheeren nesten, verrathen zuerst mit ihrem Blinkern, Glitzern und Flackern den Saum des finnischen Landes und bald nachher tauchen die Felseilande auf, deren halbkreisförmige Stellung vor einer tiefeinschneidenden Bucht zur Anlage von Sweaborg benutzt worden ist. Das Fahrwasser dieser Gegend ist stets sehr gefährlich; zwischen Riffen und Bänken führen nur zwei schmale Einfahrten, für größere Schiffe praktikabel, in das Becken von Sweaborg, dem nordischen Gibraltar, das 1749 die Schweden gegen Rußland aufgeführt haben. Auf Wargö, der größten der Felsinseln, erhebt sich ein terrassenförmig gebautes Kronwerk, die Kommandantenwohnung und das Zeughaus mit bombenfesten, in Fels gehauenen, Magazinen und Kasematten. Grau und finster schauen die Festungsbauten mit ihren drohenden Geschützluken über die See. Rechts und links hin starren sechs kleinere Eilande und Klippen im Granitgewande der Bastionen und Fortifikationen aller Art; sie bilden zusamengenommen jenen weiten Halbkreis von Vesten, welcher, ein undurchdringliches Schild, jeder fremden Gewalt die Annäherung verbietet. Unter seinem Schutz liegt der Kriegshafen, in welchem beständig einige Divisionen der großen Flotte ankern, die Rußlands Herrschaft auf der Ostsee repräsentirt.

Es ist ein großer, doch düsterer Anblick, diese von sieben Felsenforts umkrämpte Bucht von Helsingfors. Hinter dem Festungsgürtel thut sich ein farbloses Gestade auf, dessen Saum von tiefen Schluchten eingeschnitten ist; hie und da klebt ein langgestrecktes rothes Haus. Die eingeschlossene Wasserfläche ist das Bild vollkommener Kriegsbereitschaft. Tonnen, Barken und Flaggen schaukeln sich über verdeckten Klippen und Untiefen, dazwischen schießen die Boote und kleinen Dampfer umher, und die Menschen, denen man begegnet, zeigen sich als die willenlosen Diener der Macht, deren Livree sie tragen. Man gewahrt keine anderen menschlichen Wohnungen als Kasernen und Kasematten, hört nichts als Trommeln, Hörner, Pfeifen und Schießen, oder den langgezogenen Ruf der sich ablösenden