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DCCLXXV. Galveston.




Gerade achtzig Jahre sind’s, seit am Firmament der westlichen Hemisphäre ein leuchtend Sternbild aufstieg, das sich im Licht der neugeborenen Freiheitsidee wiegte und mit seinen glänzenden Strahlen die Nacht erhellte, welche dazumal auf dem gesammten Völkerleben lagerte. Es war eine enggeschlossene Gruppe von dreizehn jungen Staatenkörpern. Das Licht aber erzeugte Licht; die ausgestreueten Atome schossen zu immer neuen Sternen zusammen, reiheten sich als neue Glieder dem Gebilde an und trugen die Aufklärung weiter in’s Dunkel der westlichen Völkernacht. Fast verdreifacht hat sich seitdem die Zahl jener Lichtkörper und in blendendem Glanze spannt sich das Gestirn über den weiten Horizont; in verschwimmender Ferne aber erkennt das scharfe Auge des Sehers noch manchen schimmernden Nebelfleck, die Embryo’s noch immer neu sich bildender Trabanten der amerikanischen Freiheitssonne. Und welch kurze Spanne Zeit in der Schöpfungsgeschichte sind achtzig Jahre! – noch ein solcher Zeitraum und es wird kein dunkler Fleck mehr am westlichen Staatenhimmel zu entdecken seyn. Von Meer zu Meer, von Pol zu Pol wird der Geist amerikanischer Gesittung seine Schwingen über den Kontinent strecken und sein Glanz wird Tageshelle auf die Erde breiten.

„Manifest destiny“ – ihre „offenbare Bestimmung“ nennen die Amerikaner diese sprudelnde Quelle der Kraft, diesen ungestümen Drang der Zeugung und des Wachsthums, der ihrem Staatenleben innewohnt; und wohl ist’s eine offenbare Bestimmung, daß das Licht geistiger Aufklärung die Finsterniß des Aberglaubens durchdringe, daß die rohe Kraft der Macht der Idee unterliege, daß der starke thatkräftige Wille der Jugend über das impotente Alter gebiete, daß die grüne Saat sittlicher Emancipation die dürren Halme des absterbenden Feudalismus überwuchere, – offenbare Bestimmung ist’s, daß die anglosächsische Raçe die neue Welt ihr eigen nenne und die unermeßlichen Schätze der Macht und des Reichthums, welche die Natur dahin gelegt, aus ihrem Grab wecke und der Welt zum Genuß darreiche. Der germanische Geist soll neuen Lebenssaft in die schlaffen Glieder der romanischen Völkerreste impfen und die Keime einer jungen kulturfähigen Generation unter sie säen; er soll die zu Fall gekommene Menschenwürde regeneriren, auf daß die Fackel geistiger und bürgerlicher Freiheit vor der Welt leuchte, auf