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die dort keimende Saat der Freiheit düngt, so ist auch ihr Heldenthum in’s Gedächtniß ihres Volkes eingeschrieben. Texas, der blühende Jüngling unter den Staaten, welcher erst vor 20 Jahren die Kette der Knechtschaft brach, dieses zur spanischen Zeit von Pfaffen und Mönchen ausgebeutete Texas, das durch die Wildheit seiner Bewohner, seines Klima’s und seines Bodens verrufene und wegen verfehlter leichtsinniger und bübischer Spekulationen und durch böswillige und urtheillose Berichte verunglückter Ansiedler und unwissender Reisender so verkannte Texas, es kommt endlich zu Ehren; der Knabe hat seine Flegeljahre ausgetobt; eine musterhafte Verfassung und strenge gesetzliche Gewalt ist an die Stelle eines permanenten Kriegszustandes getreten und Gefahren für Leben und Eigenthum, die einst hinter jedem Busch lauerten, sind verschwunden. Die ansässige Bevölkerung, welche aus dem langen Krieg heimgekehrt ist, hat ihre verlassenen Felder und Heerden wieder aufgesucht, um die Früchte ihrer Siege und Unabhängigkeit zu ernten, die Landsknechte der Freiheitskämpfe, die Abenteurer, die starken Arme und stolzen Gemüther, denen es in den Schranken der Gesetze zu eng ward und die raub- und beutelustigen Nachzügler, die Marodeurs des Kriegs, denen es vor dem Sheriff und Henker bang wurde, sie alle haben sich verlaufen wie die wilden Wasser nach einer Fluth; eingewanderte Arbeitskraft und Spekulationslust haben den Hebel an die verborgenen Schätze des Landes gesetzt, einen lebendigen, geschäftlichen und geistigen Verkehr angeregt, Zeit, Umsicht und Ausdauer geben allenthalben der Ansiedelung einen festen Halt und die Garantien einer glücklichen Zukunft, blühende Städte entstehen an den Ufern der großen Ströme und natürlichen Häfen der Küste, Dampfboote und Eisenbahnen durchschneiden das Land, die Segnungen des Friedens und der Civilisation kehren ein und fördern neue Quellen des Wohlstandes zu Tage. Zum wohlgeordneten und glücklichen Staat gereift, seit es (1845) der Familie seiner freien Nachbarn sich zugesellt hat, ist Texas vielleicht noch einmal beschieden, an Rang, Reichthum und politischer Wichtigkeit die erste Stelle unter ihnen einzunehmen.

Schon hat Texas viel vor seinen Brüdern voraus. Vor den älteren die jugendliche Frische, mit der sich dort das Leben auf dem jungfräulichen Boden bewegt. Die Thatkraft kennt noch keine Schranken, wie sie auf dem okkupirteren Terrain der Nachbarstaaten durch die Zeit sich aufgebaut haben, und der Spekulation bieten sich fort und fort neue Reize und neue Entdeckungen. Vor den jüngeren, wie Kalifornien und Neu-Mexiko, genießt es den Vorzug der besseren staatlichen Organisation und eines glücklicheren Verhältnisses der Elemente merkantilen und landwirthschaftlichen Gedeihens. Dies Verhältniß schützt vor dem ephemeren Glanz und der schwankenden Macht einer vorherrschend geschäftlichen Erhebung, denn Texas ist seiner Natur nach auserkohren, ein Staat des Ackerbaues zu seyn, dem Handel und Industrie nur fördernd zur Hand gehen sollen. Als der größte unter den älteren Staaten vereinigt Texas auf einer halben Million Quadratmeilen die schönsten Klimate Europa’s, von Holstein bis zum südlichen Spanien, und es könnte der ganzen Bevölkerung, die unter jenen Zonen wohnt, nicht minder schöne, aber