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mit dem Bison und Mustang noch die Erzeugnisse des Bodens theilen und mit der Büchse ihren Pflug begleiten müssen. Jede Ansiedelung ist ein Kriegslager und jedes Blockhaus eine Festung; denn in der Nacht ist der Scalp auf keines Weißen Kopf sicher vor den raubmörderischen Ueberfällen der Rothhäute. Beschaffenheit des Bodens und Klima’s sagt in dieser Region dem Deutschen am meisten zu und das Gedeihen seiner Arbeit, Genügsamkeit in seinen Bedürfnissen und das Bewußtseyn vollkommener Unabhängigkeit lassen ihn unter allen Gefahren sich glücklicher fühlen als in Mitten des rastlos beweglichen amerikanischen Volks. Die deutsche Einwanderung nach Texas geht daher seit einiger Zeit vorzugsweise nach jenen nordwestlichen Gebieten, wo sie andere Ziele verfolgt, als die der amerikanischen Pflanzer im Süden und Osten. Letztere kommen hauptsächlich aus den östlichen Grenzländern, aus Louisiana und Mississippi, und haben, neben dem stürmischen Spekulationsgeist und turbulösen Charakter jener Staaten, auch die Sklaverei mit in’s Land geführt. Sie ist ein Fluch; denn wo Sklavenarbeit sich niederläßt, ist des freien Arbeitsmannes Bleiben nicht mehr. Mit der Sklaverei fällt überall die Würde der Arbeit, der weiße freie Arbeiter sinkt sowohl in seiner eigenen Achtung als in der des Arbeitgebers, sobald sein Werk gleich Sklavenwerk geschätzt wird; jener entartet im Umgang mit dem Sklaven, in der Gleichstellung seines Lohnes und seiner Behandlung mit der des Sklaven; seine Natur verdirbt zur Sklavennatur, weil sich sein Stolz nicht mehr empören darf gegen den Schimpf und die Beleidigung, die in der Degradation der nämlichen Kraft, welche er wie die der Sklaven handhabt, ihm selbst widerfährt. Ist er auch sein eigener Herr und baut sein eigenes Feld, ertheilt dennoch mit den Sklaven des Nachbarn diesen Schimpf; denn der freie Sklavenhalter läßt auch ihn die Verachtung fühlen, die er vor den Schwielen in seinen Händen hegt; wie der adelige Junker über den freien Bauer die Nase rümpft, der selbst hinter’m Pflug geht. Was der Freie thut, thun ja für ihn die Knechte! Eben so wenig, wie die gesellschaftlichen, vertragen sich die ökonomischen und politischen Interessen des kleinen, freien Landbauers mit der Plantagenwirthschaft des großen Sklavenbesitzers. Kann auch auf den Pflanzungen des texanischen Binnenlandes die Arbeit vom Weißen so gut gethan werden, wie vom Neger, so bleiben doch der kleinen Bewirthschaftung die besonderen Vortheile eines großartigen Betriebs, die leichte Benutzung der Verkehrsverhältnisse und für Hauptprodukte, wie Zucker und Baumwolle, selbst die Möglichkeit einer vortheilhaften Erzeugung, wegen der Kostspieligkeit der Anlagen, entzogen. Der kleine Landwirth wird erdrückt von der Konkurrenz des großen, ärger noch, als in Europa der kleine Bauer vom großen Gutsbesitzer, oder der Handwerker vom reichen Fabrikanten erdrückt wird. Noch nachtheiliger wird dies Verhältniß in Texas durch seine Wirkung auf die öffentlichen Angelegenheiten in Verwaltung, Justiz und Gesetzgebung; denn in allen dahin bezüglichen Fragen steht das Interesse des Sklavenhalters der Emancipation der Arbeit feindlich entgegen und sogar das allgemeine patriotische Interesse ist zwischen ihnen gespalten. Der freie Ansiedler, namentlich der Deutsche, sucht sich einen dauernden Besitz zu gründen, um ihn für sich und seine Familie