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Sturm fortreißenden Dynastie. Und wenn unsere Zeit noch einmal einen Bajesid I., einen Murad II., einen Mohammed Ghasi und Suleiman I. zu schaffen vermöchte, würde er nicht mit gewaltiger Faust die Geschicke seines Volks erfassen und, dem Verhängniß zum Trotz, auch jetzt noch frisches Leben in die Gefäße des welkenden Türkenstammes gießen? Der Geist regiert die Welt, und nicht ohne tiefen Sinn erklärt ein berühmter Mann des Alterthums Glanz und lange Dauer der Herrschaft Roms für das Werk einiger ausgezeichneten Bürger der ewigen Stadt. Große Kräfte, einmal in’s Weltspiel gebracht, wirken durch ihr natürliches Gewicht noch fort, wenn auch schon lange die erste Triebfeder gebrochen ist. Erscheint aber erst der Schaden auf der Oberfläche, so ist auch das Ende schon nicht mehr fern und menschliche Hülfe bleibt ohne tiefgreifende und lebengebende Wirksamkeit.

Chronologisch auszurechnen, in welchem Jahre die flackernde Türkenlampe in Europa völlig erlöschen müsse, ist ebenso unmöglich als die Hoffnung vergeblich, durch eine perfide Politik den Einen strahlenden Weltkörper osmanischer Monarchie in ein Planetensystem getrennter Staate ohne Sonne auseinanderzulegen. Alle Künste der abendländischen Diplomatie macht die Stadt Konstantinopolis mit ihrem eingeborenen Genius zu Schanden. Um der centrifugal um den Erdglobus schwingenden Kraft der abendländischen Völker das Gegengewicht zu halten, um die ätzende Wirkung ihrer Geistesbeweglichkeit zu sänftigen und ihre Leidenschaften in Schranken einzudämmen, hat die Natur das byzantinische Reich, wie ein Bleigewicht, an die Sohlen Europa’s gehängt und durch unabänderlichen Beschluß mit der Ewigkeit anatolischer Doktrin zugleich die Unauflösbarkeit der Monarchie dekretirt, deren Herz und Mittelpunkt Konstantinopel ist. Keine Politik, keine menschliche Weisheit ist vermögend, die kompakte, durch Glauben, Blut und Thränen unausscheidbar in einander verwachsene Masse des byzantinischen Kontinents zu zerbrechen, in ihre Bestandtheile zu zerlegen und bleibend auseinander zu halten. Scheide man immer entlegene Theile vom Ganzen weg und erwärme sie, wie der begeisterte Pygmalion sein Steingebilde: – sie verdorren dennoch aus Sehnsucht nach heimathlicher Lebenslust, oder rinnen von selbst unaufhaltsam wieder in den Schooß des Mutterstaates zurück. So groß ist der Zauber dieser geheimnißvollen, noch unbegriffenen Stadt!

Ein Mittel jedoch gäbe es, den byzantinischen Bann zu lösen und seinen Trümmern eigene Seelen einzuhauchen: Zerstöret durch gemeinschaftlichen Beschluß des europäischen Areopagus die Stadt Konstantinopolis und füllet mit dem Schutte ihrer Hütten, ihrer Paläste, ihrer Mauern und Thürme das goldene Horn aus, und verbietet zugleich unter Völkerbann die Wiederherstellung von Stadt und Hafenbucht auf der alten, den Mächten des Abgrundes geweihten Stätte! Nicht genug! schaufelt im Grimme auch ihre sieben Hügel nieder, zermalmet wie einst die Legionen zu Korinth sogar die Steine, und mit der Wurzel reißet die gigantischen Plantagen aus, und vom Riesenberge des Amykos brechet in der Wuth, wie ein anderer Polyphem, die walddichte Spitze herab und schleudert Alles, Erde, Felsen, Bäume und Menschen, in die Strömung des Bosporus, damit sein musikalisches Sausen am Felsenthor