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des griechischen Volks erblickt, mit Applaus begrüßen wird. Seyd mächtig – Schafft Flotten, Heere, Feuerschlünde, Gold, Kredit; aber macht schnell, die Völker sind wie die Könige nur durch nachdruckvolle That zu fesseln! Wachsen will man euch sehen, inwendig heraus, wie der Moskowiter in der jungen Frühlingsbirke, muß es im hellenischen Staatskörper gähren und kochen – man muß gleichsam die Lebenslymphe auf- und niedersteigen hören, damit, wenn der rechte Augenblick gekommen ist, euer Gewicht schwer in die Wagschale der Zeit geworfen werde. Waget dann, was eure Ahnen gegen die Perser wagten. Sprechet zu Denen, welche euch bevormunden, ein keckes Wort wie die helvetischen Bauern auf dem Leichenhügel der erschlagenen Edelleute; sey das Wort auch grob und ungeschlacht, begleitet es nur mit einer Faust von Granit und jener fürchterlichen Tapferkeit, die zu Marathon, Navarino und Ptolemais eure alten Dränger fraß, und sehet dann, wie freundlich die goldgestickten, sternblitzenden Herren euren Gruß erwiedern und wie schnell in Europa die schlummernde Sympathie wieder erwachen wird. Aber so lange ihr noch bei allen Thüren die leeren Hände hereinstrecket, und weil Jedermann sieht, daß ihr dem Ganzen weder viel nützen noch schaden könnet und zur Lösung der großen Frage, zur Wiederherstellung des Orients und zur Sicherung des Weltfriedens, aus eigenen Mitteln so wenig zu leisten vermöget, daß euer Land gleichsam als Armeninstitut noch immer von milden Beiträgen und abendländischem Wochengeld – ohne eigene Mühe – leben will, habt ihr zwar nicht Mitleiden und christliche Liebe, die euch gesichert sind, aber habt ihr die Bewunderung der abendländischen Welt verloren. Das Endlose, das Unausfüllbare eurer Noth hat Europa ermüdet und erschreckt.

Unser Jahrhundert ist politischen Zwerggestalten abhold, es will nur lebensfrische Körper und kolossales Maß. Griechenland wage es unterzugehen oder groß zu werden, sonst stelle es sich nicht in die Kompetentenreihe zur künftigen Vakatur des Orients! Die Herrschaft ist ein Ding, das die Abendländer nicht an die Lahmen an der Heerstraße und hinter den Zäunen für Almosen verschenken. Die Titel, sich aus der Niedrigkeit aufzuschwingen, waren von jeher Kraft, Genie und Heldenmuth im eigenen Hause. Zwar haben Fürsten zur Herrschaft oft sich hinaufgefreit und nachher ihr Glück durch Tüchtigkeit und klugen Sinn gestärkt; zu Macht und Weltherrschaft hinaufgebettelt aber hat sich noch keine Nation. Hellas erwarte vom Kollektiv-Wohlwollen der Europäer für seinen Anspruch auf die Herrschaft des Morgenlandes nichts mehr. Es rechne nur auf sich selbst. Die Könige geben nur einmal und was die Griechen im Sturmdrang der Dinge nicht rasch und kräftig herüberzureißen verstanden haben, wird durch die Gunst der Kabinette nie ihr Eigenthum werden.

Wie die Dinge jetzt liegen, muß Europa an der Fähigkeit der Griechen so lange zweifeln, bis die That das Gegentheil beweist. Warum will man unter den christlichen Byzantinern heute Elasticität, Energie und politische Tugenden voraussetzen, die sie schon im 15. Jahrhundert nicht mehr hatten? Oder konnte das weltbetäubende Schlachtgetöse von Nikopolis und Varna, wo die Heere gesammter Christenheit für das Heil des theologischen Imperators stritten, den lethargischen