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darbot; weshalb die Existenz der Ansiedler lange Zeit dürftig war, auch gegenwärtig noch Mancher mit Noth zu kämpfen hat. Im Ganzen aber ist doch die Periode harter Prüfungen überstanden. Das Klima ist mild und gesund. Neu-Freiburg ist der Sitz mehrer Staatsbehörden des Distrikts und eine Besatzung von berittenen Polizeisoldaten stützt die Autorität derselben.

Der Urwald bei Neu-Freiburg gehört der oberen Waldregion Brasiliens an. Sie beginnt bei 2000 Fuß Höhe und macht sich durch Riesengräser, baumartige Farren und Kohlpalmen kenntlich. Herrlich blühende und mannigfaltige Parasiten sind aber der Hauptschmuck des brasilianischen Waldes. Sie bedecken die Aeste der Baumkronen in unbegreiflicher Menge und Ueppigkeit. In den oberen Zweigen haben die vielartigen Orchideen ihren Standort, oft Pflanze an Pflanze, gleichsam ein in der Luft schwebendes Blumenbeet vorstellend; zwischen ihnen wachsen die zierlichen Farrenkräuter, deren zarte Wedel gegen die dicken, lederartigen, von flaschenförmigen Wasserschläuchen an der Wurzel umgebenen Blattgebilde der Orchideen wundersam kontrastiren. Einzelne größere Bäume tragen zahllose Bündel des Baumbartes. An die höchsten Zweige der Krone klettert er hinauf und hängt in 2–3 Fuß langen Büscheln aus den Lücken des Laubes herunter. Unter diesen behaarten Kronen schwankt auf dünnem Stiel die schlanke Kohlpalme mit ihrem zierlichen Blattkranz und daran reihen sich in allen Größen, vom Strauch bis zur Höhe der Palmen hinauf, die herrlichen violetten Blüthengruppen der Rhexien, deren opponente, steifbehaarte, saftige Blätter natürliche Feilen und Kratzen darstellen, und so steif wie ein Reibeisen sich anfühlen lassen.

Außer der Kohlpalme fehlt jede andere Palmenform im Urwalde dieser Gegenden; erst tiefer in den Thälern des Parahyba und seiner Nebenflüsse trifft man mehrere Palmenarten neben einander an.

Geselliger treten die Schlingpflanzen auf. Sie hängen frei von den Zweigen der größeren Bäume herunter, und umflechten sich unter einander. Ihr Ansehn ist traurig, weil man fast nie Blätter an ihnen bemerkt; ein Strang, obgleich nicht dicker als ein Rohr oder ein Finger, wickelt sich um den andern, verläßt ihn wieder, wendet sich zum dritten, kehrt zurück zum ersten, treibt über diesen hinweg zu einem vierten auf der andern Seite, und so geht es fort bis zur Krone hinauf, wo die Schlingpflanzen ihre Blätter dem Lichte zuwenden. Denn die Krone des Baumes ist ein eben solches Gemisch vielfach verschiedener Blattformen, wie das Gezweige unter ihr ein Wirrsal der verschiedensten Bäume; wohin der eine Träger sich begibt, dahin drängen sich alle seine Anhängsel nach, wo er seine Krone ausbreitet, da wollen auch sie ihre Blätter zeigen und mit ihm um die Wirkungen des Lichtes sich streiten, wie sie um die Stelle im Boden mit ihm gerungen haben.