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welche doch auch Kinder ihrer Zeit waren, sie werden mit dem Zeichen der Unabänderlichkeit, Unverletzlichkeit und Heiligkeit gestempelt. Haben denn unsere Priester und Schriftgelehrten, die das thun, schon vergessen, daß Alles auf Erden, Religion und Glaubenslehren nicht ausgenommen, seine Zeiten, seine Stufen- und Wandeljahre hat, daß jeder Glaube seine Phönixperiode durchläuft, daß ihm das Princip der Beweglichkeit und der Vervollkommnung, kurz, des Lebens und Uebergangs zu schönerer Wiedergeburt, unzertrennlich und unaustilgbar innewohnt? Das Christenthum gehört dem Himmel und der Erde. In der Erde haften seine Wurzeln, während sein Stamm in den Aether aufstrebt und seine Blüthenkrone in den Himmel ragt. Auch das Christenthum fußt auf die Zerstörung einer schönen Vergangenheit. Denkt doch, Ihr Priester des alleinigen Gottes, an die Tempel in Hellas, Rom und Jerusalem – und fragt Euch, ob sie nicht schön und köstlich gewesen, diese Welten des alten Glaubens; und so wird auch die Zeit kommen, liege sie auch noch so fern, wo das Christenthum, nachdem seine irdische Form zerbrochen ist, in reinigenden Feuerflammen zur schöneren Wiedergeburt erstanden, neugestaltet und in größerer Herrlichkeit die Menschen erleuchtet, besser und glücklicher machen wird. – Seht, Das ist der Hieroglyphen, welche aus den himmelanstrebenden, wunderbar-erhabenen Baumsäulen und Tannenspitzen und Kreuzesblumen unserer Münster zu unserem inneren Sinn sprechen, rechte Deutung. Aber Ihr, Ihr seht nicht und wollt nicht sehen die Symbole von Leben und Bewegung an den Gebilden unserer Gotteshäuser; – Ihr seht nur todte, starre Massen, harten, kalten Stein.


Das war ein langes Vorwort zu einem kurzen Universum-Artikel. Lieber Leser, nimm mir’s nicht übel.


Im Jahre 79 nach Christo, zur Regierungszeit des Kaisers Titus, war es, als jener Ausbruch des Vesuvs erfolgte, der, von Erdbeben begleitet, welche die italische Landfeste erschütterten, viele blühende Orte zerstörte oder unter Lava und Asche begrub, Tausenden von Menschen das Leben kostete und das gepriesene Campanien, das Eden Italiens, wo die Großen und Mächtigen Roms ihre Sommerpaläste und Prachtgärten hatten, größtenteils in eine unfruchtbare Einöde verwandelte. Zwei Städte ragten über den von der Katastrophe betroffenen hervor: Herculanum und Pompeji. Sie waren nach Capua und Neapolis die größten und reichsten Unteritaliens. Herculanum hatte eine Bevölkerung von mindestens 100,000 und die von Pompeji zählte über 40,000, als die Asche des Vesuvs beide Orte für siebenzehn Jahrhunderte mit ihrem Leichentuche bedeckte.

Pompeji war, wie die Genossin seines Schicksals, Herculanum, von Oskern gegründet, später von Hellenen bewohnt, die sich aus den großgriechischen Pflanzstädten im heutigen Sicilien während der häufigen Kriege und