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| Joseph Meyer, Herrmann Julius Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band | |
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Die Männer an der Newa, an der Themse, an der Seine, an der Donau und an der Spree, sie haben mit dem kranken Mann vom Bosporus im neuen Babylon getagt und der Welt versichern sie, daß sie die Lösung der orientalischen Frage in der Auflösung der Fundamente des orientalischen Lebens gefunden. Ihre Reclame ist gut stylisirt und der eisernen Stirn der Diplomatie macht sie alle Ehre. Wir haben die orientalische Frage immer für ein Stück der socialen angesehen, und der verhängnißvolle Austrag der ersteren unter den Anspielen des Beherrschers der Franzosen wird gewiß das Gute haben, daß er das Zerhauen des gordischen Knotens der letzteren beschleunigt, wenn auch in anderem Sinne, als die hohen Assecuradeurs des Großtürken es sich gedacht haben.
Integrität der Macht der hohen Pforte! Wo nur die Herren des neuen Lloyds hindachten! Und hätten sie neunzig Prozent Prämie für das Risiko bei dieser Versicherung genommen, so wäre doch noch kein Verstand in ihrer Spekulation zu finden. Glauben die christlichen Mächte, die den Sultan im „Koncert der europäischen Familie“ an- und aufgenommen haben, wirklich an eine Reorganisation des Türkenreichs durch jenen Hat, welcher Koran und Bibel gleichberechtigt und Christus und Mohammeds Gläubige nach 1200jährigem Haß durch einen Federstrich in Bruderliebe vereinigen soll? glauben sie, daß die französische Civilisation, welche am Bosporus die Straßen pflastert und die Häuser numerirt, daß die Sitten und Gebräuche des Abendlandes und abendländische Institutionen und Ideen den im Koran begründeten Gegensatz zwischen Muselmann und Ghiaur aufheben, und Frack und runder Hut die wilden Naturen der Pascha’s, Beys und Efendi’s, ihre tausendjährigen Gewohnheiten der Erpressung, des Raubs, der Unterschlagung, der Ungerechtigkeit und Tyrannei ändern und wegthun werden? daß der elektrische Draht, der aus dem Serail in die Königspaläste der Christenheit führt und die geheimsten Gedanken abendländischer Herrscher an das Ohr des Sultans tragen mag, daß die Eisenwege, auf denen das Dampfroß die Menschen und Güter des Westens nach Byzanz und Skutari, nach Brussa und Damaskus führen soll, und daß der Kanal im durchstochenen Isthmus von Suez, auf dem die abendländischen Flotten nach Indien ziehen werden, das doppelte Zauberwerk der Restauration und zugleich der Umwandlung des Orients vollbringen können? Werden Telegraphen und Schienenwege, Orden und
Joseph Meyer, Herrmann Julius Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1856, Seite 153. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_17._Band_1856.djvu/161&oldid=- (Version vom 15.11.2025)