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die Umkehr abwärts – wie es ein Aphelium gibt für die Pfade der Gestirne und wie die Erde Zeiten hat der Sonnennähe und der Sonnenferne: – so mögen wir uns trösten wie Hiob sich getröstet hat bei dem Zusammensturz seines Hauses, und sagen: Gott hat’s gegeben, Gott hat’s genommen! und der ist ein gebenedeiter Mann, der hinzusetzen kann: „der Name des Herrn sey gepriesen!“ denn die Tugend der Resignation wird dann der Tugenden beneidenswertheste seyn.


Zwei Wege führen den West-Europäer nach Sankt Petersburg. Er nimmt entweder den Wasserweg auf den stettiner oder lübecker Dampfern, die ihn binnen drei Tagen zur wohlverwahrten Pforte der Czarenstadt, nach Kronstadt, bringen, oder er wählt den Landweg, sey es durch das Königreich Polen über Warschau, oder durch die deutschen Ostseeprovinzen Rußlands über Riga. Diese letztgenannten Routen gehen meist durch öde und einförmige Landstriche und entsprechen nur allzusehr dem Bilde, welches die deutsche Phantasie sich überhaupt von Rußland zu machen pflegt.

Bis Riga ist in Sprache, Sitten und Gebräuchen, in den Trachten und Zügen des Volks vorzugsweise deutsches Gepräge. Sobald man jedoch die Hauptstadt der deutsch-herrlichen Eroberung und Kolonisation hinter sich hat, verschwinden die althanseatischen nadelförmigen Thurmspitzen zwischen dürren Dünen und traurigem Kiefernwald. Mit ihnen vergeht jede Andeutung, daß wir soeben die zweite unter den russischen Handelsstädten am baltischen Meere verließen, denn Riga’s Verbindungen nach dem Innern des Landes ziehen sich im Sommer fast ausschließlich stromaufwärts auf der Düna in das Reich hinein, wie ihm denn auch auf diesem Wege seine Zuflüsse kommen. Nur im Winter schlüpfen zahllose Schlittenkarawanen mit rasch trabenden kleinen Pferden und eifrig treibenden Letten über die weite Schneefläche aus der Stadt in das Land, aus dem Lande in die Stadt.

Die weiteren Umgebungen der riga-petersburger Straße gleichen der warschau-petersburger auf ein Haar. Aus dem Wald in den Wald, aus der Einsamkeit in die Einsamkeit rennen in klapperndem Galopp die Rosse, und nur selten klingelt an uns ein ähnliches Geschirr in vollem Lauf vorüber, als flüchte Jedes aus dieser Einsamkeit. Häufiger als im baltischen Lande tauchen wohl in Polen Dörfer empor aus der öden Langeweile der Umgebung. Aber schwer ist zu entscheiden, welche einen trostloseren Anblick gewähren: ob die, gleich faulen Bettlern, am Wege hingelagerten Hütten der Esthen und Letten, oder die in Schlammfluthen halb versunkenen Wohnsitze des Landvolks der altpolnischen Provinzen.

Dies dauert auf beiden Routen nahe an drei Tage fort. Auf der baltischen Heerstraße sind indessen die Vorposten der Residenz weiter vorgeschoben, als auf dem polnischen Wege. Dorpat war dort die letzte ächt baltische