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Alleingeltung von Dem, was kaiserlich ist, bemerklich und die völlige Bedeutungslosigkeit Dessen wird sichtbar, worüber kein doppelköpfiger Adler schwebt. Alles geht vom Czarenthron aus und kehrt zu ihm zurück. Diese prinzipielle Unterdrückung jeder menschlichen Selbstständigkeit tritt in Fleisch, Blut, Häuser- und Kirchenglanz, Sitte, Lebensbewegunq, kurz, im Seelenleben alles Vorhandenen stets vor das Auge und prägt sich dem Begriff mit unvergeßlichen Zeichen ein.

Der Winterpalast mit den drohenden Geschützen der Peter-Pauls-Citadelle ist das Hirn, die Newa ist das Herz dieses Lebens, und die ungeheure Newskyperspektive, eine zwei Stunden lange Straße, kommt Einem vor, wie die Hauptpulsader eines Körpers, aus der sich die Aeste nach allen Gliedern abzweigen.

Aus der Newskyperspektive wird das petersburger Straßenleben am Anschaulichsten. Am Admiralitätsthurm beginnt die wirbelnde Bewegung und so weit das goldene Schiff, die Windfahne jenes Thurms, hinausblickt, treibt sie ihre Wogen. In der Mitte der unendlich breiten Straße drängen sich die prächtigsten Viergespanne, die Feldjägerwagen, schwerbeladene Troiken, elegante Reiter neben donischen Kosaken, der wildschöne Tscherkesse neben der zum Schießstand rollenden Batterie in dichten Massen durcheinander und dennoch so geräuschlos auf den glatten Holzbahnen, daß man fortwährend den gellen Warnungsruf der Kutscher für die Fußgänger heraus hört. Auf den breiten Trottoirs dagegen bewegt sich zu Fuß die elegante Welt und die Schaar der Geschäftigen. Doch auch hier nur ein stummes Eilen, oder ein halblautes Flüstern. Das Klirren der Säbel ist das einzige kräftige Geräusch in einer Menschenmenge, welche eben nur bestimmt scheint, den Glanz der Hofsäle auf der Gasse wiederzuspiegeln. Außer zu bestimmten Tageszeiten sieht man hier keine Leute aus dem Volke. Vor dem blitzenden Schmuck der Uniformen, vor dem Glanze der Waffen und Orden, vor der Menge grüner Beamtenkleidungen mit goldenen Knöpfen tritt der bürgerliche Rock in jene Unscheinbarkeit und Bedeutungslosigkeit zurück, die auf dem gesammten bürgerlichen Leben in ganz Rußland lastet.

Uniformirt ist nämlich Jeder, der nur irgendwie in einer Beziehung zur Staatsgewalt steht: der Straßenlaternenputzer eben so gut wie der Großwürdenträger des Reichs, die Elementarschüler und der Student nicht minder als der wirkliche Soldat. Ja sogar eine Uniform der Gesichter besteht, indem die Militärs Backen-, Schnurrbart und Haupthaar nach genau vorgeschriebenen Maßen und Formen erziehen und beschneiden, alle Civilbeamten dagegen jeglichen Bart wegrasiren müssen. In Petersburg gehören aber 200,000 zu den Uniformirten.

Umsonst blickt man, der Livreen müde, die Straßen und Häuser an: auch sie tragen ihre Uniform. Keine Straße wagt es, sich zu krümmen, kein Haus tritt vor oder zurück, jedes ist stets bereit, sich auf Appell als anwesend durch den Namen seines Besitzers über der Hausthür zu melden; an jeder Unterbrechung durch eine einmündende Nebenstraße erscheint die unvermeidliche Polizeiwachbude und vor dieser die grauröckigen