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Berechtigung, als Beamter in eine äußerliche Stellung zu treten, welche ihren materiellen Mitteln entspreche. Proletarier sind sie trotz alles Reichthums: Proletarier des Bewußtseyns der persönlichen Freiheit und Selbstständigkeit. Dieses Proletariat ist es, welches dereinst nothwendig die engste Allianz mit dem Proletariate des Besitzes zum Umsturz des Bestehenden schließen wird. Die sociale Revolution ist in Rußland so wenig ein Hirngespinst, als in Westeuropa. Sie steht viel näher, als man gewöhnlich wähnt; sie steht in erster Reihe; die politische wird ihr nachfolgen.

Dennoch gibt es ein Ministerium mit dem ostensibeln Zweck, die Befreiung des Volks aus den Fesseln der Leibeigenschaft anzubahnen, und ein Ministerium der Volksaufklärung. Dennoch gibt es in Petersburg mehr als 60 Anstalten für den öffentlichen Unterricht, und zwar mit einer Pracht der Einrichtung, mit einer Opulenz des Unterrichtsapparats, wie ihn schwerlich eine zweite Stadt Europa’s nachzuweisen hat. Nur das Eine fehlt diesen Anstalten: die innere Wahrheit. Es ist alles Schein. An der Möglichkeit, bei dem jetzigen Regime ihren Zöglingen eine freie geistige Entwickelung zu geben, scheitert jede Aenderung. Wer irgend unbefangen über diese Verhältnisse aus längerer Erfahrung urtheilt, erkennt, wie alle russische Erziehung nur auf eine wohlgefällige Form äußeren Benehmens hinausgeht und fast niemals den inneren moralischen Kern des Menschen in edler Weise entwickelt. Die Regierung begünstigt principiell vorzugsweise diejenigen Kandidaten, welche aus den kaiserlichen Erziehungsanstalten hervorgegangen sind. In diesen Anstalten ist, nach Ertödtung des freien Willens und Denkens, die Adoration des Czarenthums Prinzip. Der Czar steht an Gottes Stelle, der Russen Leben, Wirken und Streben nach seiner Gunst und nach dem Wohlgefallen seiner unmittelbaren Diener ist Tugend und religiöse Pflicht zugleich.

Doch wir wollen unsere Wanderung fortsetzen. Auf einer Insel der Newamündung liegt der Stadttheil „Wassily-Ostrow“. Es ist das deutsche Viertel und man freut sich, wenn man die deutschen Namen über den Hausthoren, die deutschen Aushängeschilder liest, die deutsche Sprache hört, und alles Dies als eben so viel Zeichen eines Sieges des deutschen Elements interpretirt. Aber prüfen wir genauer. Einen deutsch redenden Stadttheil haben die Einwanderer aus Wassily-Ostrow zwar gemacht, aber ein Stück Deutschland auf russischem Boden haben sie nicht erobert. Denn auch hier haben sie nicht verstanden, sich in Einheit zusammenzuschließen. Je öfter man Wassily-Ostrow durchwandert, je öfter man die Werkstätten der Deutschen besucht, je öfter man hinaufsteigt in die Wohnungen der deutschen Kaufleute, je häufiger man die Säle der deutschen Staatsmänner und Gelehrten betritt – desto klarer sieht man ein, daß hier nirgends ein Element deutscher Entwickelung vorhanden ist.

Es gab allerdings eine Zeit, da eine geistige Hegemonie im russischen Reich von Deutschen geübt wurde. Leider aber haben die damaligen Lehrer und Bildner des Volks, die ehemaligen Mitlenker an der Reichsmaschine, versäumt, die Herrschaft dieses Elements zu sichern. Jetzt ist es zu spät, den Gründen nachzufragen, warum es nicht