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der Kanonen beträgt 76, ohne 30 kleineren auf dem hinteren Wall. Zur Rechten liegt das Fort Kronslot, Peters des Großen unverändertes Werk, das gegen die prahlenden neueren bescheiden absticht, aber demungeachtet von großer Tüchtigkeit und Kraft ist. Es bietet nach der Seeseite niedrige Reihen von aus starken Eichenstämmen gebauten Kasematten mit einer Batterie von 40 Kanonen, die, im Niveau mit dem Wasserspiegel ausgestellt, auf jede Hälfte der beiden Bastionen vertheilt sind. Eine Courtine verbindet sie.

Kronslot ist das letzte der detachirten Werke, welches die Passage von der großen Straße nach Kronstadt und Petersburg und den engen Ankerplatz unterhalb Kronstadt vertheidigt. Nun kommen aber die Strand- und Hafen-Batterien, die stärksten Bollwerke von Kronstadt selbst.

Die erste ist die große Batterie des Hafendammes, welche die seewärts gekehrte Flanke der Handelsrhede bildet, tausend Schritte in gerader Richtung fortläuft und sich an die Landbefestigungen anschließt, welche hier die Breite der Insel durchschneiden. Die drei Docks, welche die Handelsschiffe aufnehmen, sind großartige kühne Werke. Die Umfassungsmauern sind fast sämmtlich von Granit, und so breit, daß sie Platz für schwere Geschütze darbieten. Es sind dort 70 Geschütze nebst 10 oder 12 Mörsern en barbette aufgestellt.

Durch alle diese Vertheidigungswerke, zu denen sich am Hafen selbst noch das furchtbare Fort Menzikoff, eine Menge Küstenbatterien und feste Thürme auf der Insel und die unmittelbaren Befestigungen von Kronstadt, dessen Wälle und Batterien 600 Geschütze tragen, gesellen, ist Kronstadt nicht nur uneinnehmbar, sondern selbst unangreifbar gemacht worden, und bevor diese Festung gefallen ist, ist, selbstverständlich, an einen Angriff von Petersburg nicht zu denken. Kronstadt ist das Arsenal für die russische Seemacht auf der Ostsee. Es enthält alle die unermeßlichen Anstalten, die seit Peter dem Großen aufgerichtet worden sind, um mit dem Aufwande von mehr als 600 Millionen Rubel der nordischen Weltmacht Kraft zu geben, die Herrschaft auf dem baltischen Meere dauernd zu erobern, die Ausführung der Pläne für die Unterjochung Westeuropa’s vorzubereiten und ihnen eine feste Basis zu geben.

Daß in den letzten 2 Jahren die größten Flotten, welche jemals das baltische Meer getragen hat, Flotten, befehligt von den kühnsten Admiralen, welche England und Frankreich besitzen, es nicht einmal wagten, einen ernsten Angriff auf Reval und Sweaborg zu versuchen, und daß alle Befehlshaber die einstimmige Meinung abgaben, der Gedanke einer Einnahme von Kronstadt, oder an die Gewältigung der Passage nach Petersburg habe nicht die kleinste Chance eines Gelingens, – diese Thatsache hat der Welt die ganze Wucht der russischen Position geoffenbart und ihr das Geheimniß der Machtlosigkeit des übrigen Europa’s verrathen, ihm diese Position zu schmälern oder mit Erfolg zu bestreiten. Dieses Faktum aber hat für Rußland mehr Gewicht, als viele auf dem Schlachtfeld errungene Siege.