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Bogen nimmt, sondern, nachdem solche zweimal über den Satz gelaufen, sie wohlgeordnet auf einander schichtet, der wird nicht minder von Erstaunen ergriffen werden wie der Landwirth, welcher bisher die englische und rheinische Landwirthschaft für das Vollkommenste hielt und nun die Rosse in der Prärie mit dem leichten amerikanischen Stahlpflug im Galopp die Furchen ziehen, und Egge und Säemaschine die Bestellung des Ackers mit der Eile des Flugs und doch mit der größten Vollkommenheit in einem Akt verrichten sieht.

Je weiter der europäische Ankömmling nach dem Westen vorrückt, desto mehr nimmt er Dinge wahr, die ihm imponiren. Dort, wo er sich Alles noch so wild, so unwirthbar gedacht hat, lernt er die Kühnheit des Yankeegeistes ganz würdigen, denn dort gilt’s, scheinbar unüberwindliche Naturhemmnisse zu besiegen. Schon auf dem Hudson, der hinsichtlich seiner Uferscenerie vielfach mit dem Rhein verglichen worden ist, findet ein patriotischer Rheinländer Gelegenheit zu demüthigenden Betrachtungen. Wohl gibt es am Hudson keine alterthümliche Stadt wie das „hohe heilige Köln“, keine wetterbraunen gothischen Dome, auch keine Ruinen, keine Reben, keinen Johannisberger. Aber der Verkehr auf dem Strome, Schifffahrt, Handel und Leben treten in einer unendlich imposanteren Gestalt als am Rhein und an der Donau auf. Unzählige Schiffe blähen ihre stolzen Segel, die drei Stockwerke hohen Steamers, an Größe und Kühnheit des Baues, wie an Eleganz und Pracht der innern Ausstattung, mit einander wetteifernd, die Schleppschiffe, die Propellers, die Fahrzeuge aller Sorten und Größen brausen unabsehbar auf und nieder, Emigranten, Waaren, Reisende und Spazierfahrer befördernd. Der Yankee ist ein gar wanderlustiger Gesell, der nicht gern an der Scholle klebt, sondern sich überall hin bewegt, wo business und money zu machen sind. Aber die Dollars, die er gern gewinnt, gibt er auch leicht wieder aus, und nächst dem Associationsgeist ist es die unaufhörliche Bewegung des Kapitals, welches hier am meisten beiträgt, die industriellen Wunder in’s Leben zu rufen.

Mit neuen Städten, Dörfern, Luxushäusern und geschmückten Farmen sind die Hudson-Ufer zwischen New-York und Albany bunter dekorirt als die Rheingestade. Auch die waldigen Ufer-Terrassen und die Formen des Alleghanyrückens sind viel malerischer als die rheinischen Weinberge und die Gipfel des Siebengebirgs. Nur der mittelalterliche Schmuck gebricht dem Hudson; es fehlen hier, wo Alles voll Jugend und voll frischaufsprossenden Lebens ist, die romantischen Trümmer, die halbverfallenen, halb restaurirten Burgen mit ihren Geschichten und Sagen. Es pfeifen und schnauben die nüchternen Dampfkessel statt der holdseligen Töne der Lorelei, die freilich auch am Rhein nur noch der Poet, nicht mehr das Volk hört.

Die meisten Deutschen finden Alles recht eigentlich auf den Kopf gestellt in dieser wunderlichen neuen Welt. Hier finden wir unsere wahren Antipoden. Weiß nicht jeder Schulknabe auswendig, daß man in Amerika in hellem Sonnenschein wandelt zur Stunde, wo die alte Welt dunkel ist und schläft? Kein Spatz pfeift hier vom Dach wie daheim, kein Rabe krächzt so wie bei uns. Dieses nüchterne, steifbeinige, unausstehlich praktische Geschlecht der