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welche die Welt kennt, kehren sie gewöhnlich nach ein paar Minuten kühlen Beschauens gleichgültig den Rücken, zufrieden, sagen zu können, daß sie auch am Niagara gewesen.

„Es muß auch solche Käuze geben!“ hat der alte Göthe vom modernen Teufel gesagt. Die räthselhafte Allmacht, die über den Geschicken der Menschheit wacht, hat die Völker des Erdballs mit verschiedenartigen Gaben bedacht, denn alle sollen die eigenthümlichen Rollen spielen, die ihnen für die Entwickelung der Kulturgeschichte bestimmt sind. Chevalereske, anmuthige und liebenswürdige Völker, wie die Spanier und Franzosen, haben in Amerika nichts ausgerichtet, nichts Praktisches geleistet, nichts Großes und Bleibendes geschaffen; sie haben Fiasco gemacht. Mexiko und Unter-Kanada sind Beweise dafür. Auch die Deutschen, wo sie nicht gemischt mit Yankees wohnen, schreiten nicht rasch vorwärts. Man sieht das in allen rein deutschen Orten, z. B. im Städtchen Herrmann am Missouri. Dem lederzähen und stahlharten Yankee-Geschlecht, das aus verschiedenen Raçen und zum Theil aus dem Auswurf Europa’s zusammengebacken ist, gehört der Ruhm, daß es seiner Aufgabe gewachsen bleibt, die Kultur in der neuen Welt mit Siebenmeilenstiefeln vorwärts zu bringen, allein. Den Urwald fällen, die Steppe mittelst des leichten Stahlpfluges im Galopp befruchten, Wölfe, Bären und rothe Menschen ohne Erbarmen vor sich hertreiben, die Distanzen, welche selbst die autokratische Allmacht in Rußland nicht zu besiegen verstanden, mittelst des Dampfes bewältigen, auf kaum zugängliche Gebirge, in die entlegensten Einöden Industrie und Maschinen versetzen, Geld und Kohlen aus den Eingeweiden der Erde reißen, die Küsten zweier Weltmeere mit ihren Dreimastern, alle Flüsse, alle Binnenseen mit ihren Dampferkolossen bedecken, überall Leben und Kultur wecken, wo sie nie vorhanden gewesen – Das kann und konnte nur eine Nation, die allerdings fast ausschließlich Gewinnsucht und Gelddrang beseelt, die aber eben nur in dieser Ausschließlichkeit der Vollführung ihrer Bestimmung fähig ist. Ganz unpassend dazu wären alte Völker, die vor lauter Gelehrsamkeit die Kraft der That verloren haben und über das eigene Elend noch zu philosophiren pflegen. Meinte doch selbst der wackere Raumer: man solle lieber sich freuen als beklagen, daß die Amerikaner noch keine sonderbare Vorliebe für schöne Künste und Wissenschaften gewonnen, denn alsdann hätte auch diese Nation den Höhepunkt ihrer Blüthe bereits erreicht, und würde, wie andere Nationen, wieder langsam herabsteigen, ohne ihre weltgeschichtliche Bestimmung erfüllen zu können.

„Freilich finden viele in der Völkergeschichte immer nur die schmutzige Gasse unter ihren Fenstern wieder, wo alltäglich gemarktet wird. Allein der wahre Historiker hat neben den Daten menschlicher Erbärmlichkeit auch Raum für das Walten der unsichtbaren Naturkräfte, für die Ideen, die in den Geistern Wolken sammeln und reiben bis zum Sprühen des elektrischen Schlages“. Bedeutsame Worte, welche ein geistvoller Mitarbeiter der Allgemeinen Zeitung einst in Bezug auf ein anderes Volk und Land gesagt hat, die aber auch auf Nordamerika und