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übte er doch des großen Friedrichs Grundsatz: „in meinem Reiche soll jeder nach seiner Façon selig werden dürfen,“ und alle Kulten, heidnische, jüdische und christliche, genossen Duldung und Schutz. Akbar starb im Jahre 1606 und wurde bei Secundra, in einem goldenen Sarkophage begraben. – Dort erbaute ihm sein Nachfolger jenes unermeßliche Mausoleum mit 100 Thoren, – gleichsam als sollte ein ganzes Volk einziehen können, um die Asche des Mannes zu verehren, den es im Leben als Vater gepriesen und angebetet hatte. Millionen pilgerten zu seinem Grabe und lange Jahre blieb es ein besuchter Wallfahrtsort. Aber mit dem Glanz der mohammedanischen Herrscher ist auch der Glanz des Mausoleums verblichen, und seit Timurs Descendenten herabgesunken sind zu britischen Pensionären, ist Alles, was an die mohammedanische Herrschaft erinnert, geflissentlich dem Verfall überlassen. Auch Akbar’s Mausoleum theilt das allgemeine Geschick und ehe ein Jahrhundert vergeht, wird es Ruine seyn.




DCCXC. Alexandria, Pelusium und Suez
in der Kanalverbindung mit dem rothen und mittelländischen Meere.




Ein ewiger Proteus, bildend und neugestaltend, wirkt der Unternehmungsgeist im Bunde mit dem Kapital für zwei Hauptelemente der modernen Civilisation: Gewerbe und Handel. Große Gedanken, begraben im Schutt der Jahrtausende, läßt er wieder auferstehen, und seine Macht und Herrlichkeit glänzen in ihrem Lichte. Ein kühner Taucher fährt er hinab auf den Abgrund und holt die verborgenen Schätze aus den Tiefen des Meeres und der Erde; was den älteren Generationen schwere, riesenhafte, grauenvolle Träume gewesen, leere gaukelnde Luftgestalten, oder einer krankhaften fieberischen Thätigkeit wilde Ausgeburten – tritt als nüchterne Wirklichkeit in die Gegenwart, und das von den täglichen neuen Erscheinungen der titanenhaften Spekulation betäubte Geschlecht wagt es kaum noch, sich über Unerhörtes zu verwundern. Wie ein hundertarmiger Riese drängt sie sich durch alle Pforten des Lebens ein, erfaßt die Gesellschaft bei allen Gliedern, und wie ein Alp wälzt sie sich über die Träumer und Schläfer hin. Zuweilen scheint sie selbst zur Nachtwandlerin geworden. Wie eine Mondsüchtige schreckt sie dann plötzlich auf, als wäre sie über ihr eigen Werk betroffen; als wäre sie von einer höheren Macht umkrallt, von Blitzen durchschossen und von Schlangen durchzischt, als wäre sie durchwühlt von unheimlichen Naturkräften, als