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entsetzte sie sich der Ungeheuer, die sie aus dem Typhon gelockt, wo sie gebunden lagen – als fürchtete sie, daß das Chaos über ihre Schöpfungen plötzlich rollen und die Wogen einer ungebundenen Gier zuletzt nur dürren Sand über einem Leichenfelde zurücklassen möchten.

Wo liegt die Wahrheit? In diesem Alpdrücken der Mitternachtsstunde, oder in dem lichten, hellen Hoffnungstraum, der mit funkelnden Augen nur tausend Glückssterne sieht, blühende Gärten auf allen Pfaden, und alle Bäume voll goldener Früchte? – Ist mit der riesenhaft aufgeschossenen Spekulation und ihren herkulischen Kombinationen wirklich die Morgenröthe aufgegangen, welche die Wiederkehr des goldenen Zeitalters verkündigt, oder ist’s nichts als ein böser Zauber, der die Menschen in Betäubung und Wahnsinn gefangen hält, und welcher, wie die Schlange dem sündigen ersten Menschenpaar, dem träumerischen, nervenschwachen, frivolen Geschlecht eine bittere Frucht der Erkenntniß bereitet, um es zum Bewußtseyn erwachen zu lassen? Ich weiß es nicht, und Keiner kann es sagen. Unausgegohren ist noch der Geist, noch ist das Kind nicht an’s Licht geboren, noch wühlt’s im Schooße mit Kreißen und Wehen: noch kann man nicht sagen, ob die Zauberkraft von Gott gekommen oder des Teufels sey, ob die Riesenpalmen, die sie aufgetrieben überall, verdorren werden ehe sie Früchte tragen, ob die Früchte neues Glück einem neuen Geschlechte bringen, oder, statt zu erquicken, den Tod in ihren Samenkapseln bergen. Keinem Menschen hat die Zukunft ihre Kunde erschlossen, und keinem Propheten ist’s gegeben, zu sagen, wie das enden werde, was im materiellen Gebiete der Spekulation sich jetzt mit niegesehener Pracht und Macht entfaltet. Wehe aber, wenn, nachdem die Blumen der grünen Hoffnungsauen ausgeblüht, doch nur dürres Gras zurückbleiben sollte, das in der Stunde der Ernüchterung die Sense wegmäht, während die Schleusen des Himmels sich öffnen und die Wogen der Ströme aus ihren Betten steigen. Wohl dann Denen, welche klug genug gewesen sind, sich zeitig auf die Berge zu retten.


Die Umschiffungen des Kaps der guten Hoffnung durch Vasco de Gama und des Kaps Horn durch Magelhaens, haben in der Weltansicht und in der politischen Bedeutung der Länder die größten Veränderungen hervorgebracht. Die Beherrschung des Meeres ging von den Venetianern und Genuesen auf die Umwohner des atlantischen Oceans über, und von der Wichtigkeit, die ihr beigelegt wurde, zeugen dreihundertjährige blutige Kämpfe. Jetzt will die Spekulation des neunzehnten Jahrhunderts auch hier eine durchgreifende Umwandlung schaffen; sie will gleichsam mit der Vergangenheit brechen. – Wenn wenige Tage genügen, um von den Ufern der Themse bis zu denen des Nils zu gelangen, soll dann eine Handbreit Landes, wie die Landenge von Suez, den Näher-Weg nach Indien und Polynesien versperren und zu einer Monate langen Umsegelung eines ganzen Welttheils