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erlahmt. Erst nachdem die politischen Zustände wieder in’s Geleise gekommen, nahm sich der König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., der verwaisten Anstalt an und berief 1819 den Meister Cornelius aus Rom an ihre Spitze.

Die geniale Wirksamkeit dieses größten Künstlers der Neuzeit bewährte sich bald. Er schnitt der Pflanzschule der deutschen Malerei den Zopf ab, proklamirte eine freie Entwickelung des Talents und bildete die ersten Priester idealer Kunst. Ehe aber noch die neue Richtung eine feste Gestalt angenommen hatte, verlor die Schule ihre große Stütze und mit ihr ihre bedeutendsten Kräfte, durch die Berufung von Cornelius nach München. Mit seinem Nachfolger, dem Historienmaler Wilhelm Schadow, begann eine Umwälzung für die Kunstrichtung Düsseldorfs. Anfangs trat ein neuer Zopf, wenn auch kein gepuderter, nur ein vornehm poetisch zusammengeflochtener, an die Stelle der genialen Weihe und naiven Ursprünglichkeit, welche Cornelius hinterlassen; eine lyrische Stimmung trat an die Stelle des Epos und der dramatischen Komposition, eine Schwärmerei für die Farbe und Technik an die Stelle des Ausdrucks großer Ideen, eine sentimentale Weichlichkeit, ein stereotyper Weltschmerz an die Stelle der Kraft, des Entschiedenen und Klassischen, eine scheue Zahmheit in der Darstellung an die Stelle der Sicherheit und des kühnen Aplomb des früheren Meisters. Dem großen Publikum aber war die Seichtigkeit der Ideen verständlicher als die Tiefe und sein Wohlgefallen an den schön kolorirten, genreartigen Bildern brächte die düsseldorfer Schule weit und breit in Ruf. Zum Glück für sie entsprang aber bald aus ihrem Schooß, gerade als sie in einer sentimental-religiösen Richtung zu versumpfen drohte, ein Principienkampf, der den akademischen Sauerteig ausfegte und eine Ausscheidung und Isolirung der sich widerstrebenden Elemente zur Folge hatte. Lessings Genialität hat das Beispiel der Emancipation des Talentes gegeben, den gesunden Kern der Schule von der Schale der Hyper-Romantik und Ascetik befreit und die Fahne des reinen Realismus, des nackten Naturalismus, der selbstständigen Anschauung und inneren Wahrheit erhoben, welcher der jüngere Theil der Akademie jetzt so große Erfolge verdankt. Mag der ältere auch noch seine Seele an das Philisterthum der Kunst, an die alten konventionellen Typen, die seelenkranken Heiligen und romantischen Ritter verkauft haben, es ist doch ein neuer, zählender, individueller Geist in den Kreis der Künstler, etwas Männliches, Muthiges, Bewußtes in Stift und Farbe gefahren, was Düsseldorfs bessere Kunsterzeugnisse zum geistigen Ausdruck der Zeit erhebt, der sie angehört.