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Der seltenen Geister einer, denen eine freundliche Göttin ewige Jugend verheißen, lebt er fort durch Zeit und Raum. Er lebt fort wie des Vulkanes Feuer, wenn seine Schlackenströme auch verglüht; wie der springende Quell, wenn auch sein Bach in Sand und Meer erstirbt; er lebt fort in flammenden Ideen, die er angefacht, und die von Kopf zu Kopf, von Ort zu Ort, von Zeit zu Zeit zündend weiter springen, wie von Pol zu Pol die elektrischen Funken übersprühen; er lebt fort in seinen großgewachsenen Werken, die Früchte tragen und befruchten, wie in seinen Thatenkeimen, die noch des Himmels Gunst erwarten, um gedeihend aufzuspringen; er lebt fort in seinem gewaltigen Haß und Fluch, den er über die falschen Götzen der Welt und deren Diener, über die schwarzen Geister der Lüge und Falschheit und deren Besessene, gleichviel ob in Lumpen oder Purpur, ob die Jakobiner-Mütze oder Fürstenkrone auf dem Haupt, in zürnenden Wettern ausgeschüttet; er wird aber auch fortleben unter den verwandten Geistern, die ihm nahe waren, in seiner verschwenderischen Liebe für alles Edle, Humane und Schöne, fortleben in der Verehrung der Vielen, denen er das heilige Feuer idealer Begeisterung in die Seele gegossen, fortleben in der Pietät der Zeit, die ihm folgt, sich seiner Werke freut und von ihm erzählen hört. –

Das ist die Verheißung dieses großen Menschen, die vor meinen Augen aufblüht wie die Blumenkelche aus dem grünenden Grabhügel, auf dem ich niedersitze. Das Auge ist wieder getrocknet und keine Thräne von den Wimpern wehrt mehr dem suchenden Blick in die Ferne, weit, weit hinaus über den schönen Hügel. Damals sah ich nur ihn, mich selbst und die schwarzen Männer, die mit mir waren, jetzt gewahre ich der Freunde mehrere, eine große, ungezählte Zahl. Die Freunde sind’s, zu denen der Schläfer, der da unten ruht, stets am liebsten sprach, für die er sein Bestes, was er dachte, immer aufbewahrte, für die er auch in den bewegtesten Stunden, in allen Drangsalen und Fährnissen seines stürmischen Lebens einen freundlichen Blick, eine Stunde geistiger Sammlung übrig hatte, für die er so freudig die Fesseln von den Schwingen seines Geistes brach, mit denen er so gerne sich auf den lichten Höhen seiner Reflexion erging; es sind aber auch die Freunde, die ihn nie verließen, die durch alle Stürme und Windstillen der Zeit fest bei ihm hielten, – es sind die treuen Freunde seines Buchs.

Ueber dem schlichten Häufchen Erde, das die Asche meines Vaters birgt, reiche ich Euch die Hand. Wohl hat der Tod des großen Genius Kind verwaist; verlöscht ist die Oriflamme, die durch so viel Jahrläufte seines Universums, auf so viel Altären seiner Gedanken gelodert und den Geist und die Herzen seiner Generation erwärmt; vertrocknet ist die Feder, die in Flammenzügen so viele mene Tekel vor des Frevlers Augen schrieb, als sie Apotheosen des Glaubens dichtete; beim müden Wanderer in der Gruft ruht der müde Wanderstab, der Euch seit zwanzig Jahren durch alle Räume der Erde geleitete und so viele schmucke Bilder von Natur- und Menschenwerk vor Eure Blicke zauberte;– ein mächtigeres Geschick hat dem greisen Wanderer sein Ziel früher auf die Bahn gesteckt, als er gewahrte und wollte – „gebt mir meinen Stock, ich hab’ noch ’n weiten Weg vor mir“ schallte es noch aus dem offenen Grab. – –