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natürlichen Felsblock quer über andere aufgerichtete Felsblöcke, wie wir z. B. an einer Anzahl keltischer Altäre in der Bretagne noch gut erhaltene Beispiele haben. Oft bearbeitete man auch die Bergkuppen selbst zu Altären. Die abgeplattete Tischform sehr vieler Berge, namentlich in Griechenland, zeigt dies unzweideutig; von der berühmten Altarform des Apesas sagt Pausanias ausdrücklich, daß schon Perseus dem Zeus dort geopfert habe. Auf den Bergen glaubte man den hochthronenden Göttern näher zu seyn. Es ist dies dasselbe Gefühl, das die alten Mexikaner antrieb, ihre Opferaltäre auf thurmhohen Plattformen zu errichten.

An die Stelle des einfachen Altars tritt später der Tempel. Man baute entweder geräumige Höhlen zu Tempeln aus, oder freischaffend, freistehende Tempel. Höhlen- und Grottentempel finden sich überall. Düsterer Ernst ist ihr Charakter. Sie reichen bis in die ältesten Zeiten. Aber auch die Grundformen der freistehenden ältesten Tempel sind überall dieselben. Der unreife Anfang dieser Tempelbauten ist durchaus naturwüchsig. Rohe Felsblöcke werden einfach über- und aneinandergeschichtet; aber der Gegensatz von tragenden und lastenden Baustücken offenbart sich bereits und bildet als Gegensatz von Decke und Wand geschlossene Räume, die sich hie und da sogar in besondere Abtheilungen gliedern und in innere Gänge fortsetzen. Hauptsächlich hat sich uns diese Bauweise in celtischen Bauwerken erhalten, die in Britannien Kist-ven, in Deutschland Steinkisten und in Frankreich Feenhöhlen genannt werden. Ebenso finden sich Spuren derselben in Ländern, die, so viel bekannt ist, niemals von Celten bewohnt waren: am Kaukasus, in der Krimm und in Persien. – Die nächste höhere Stufe in der Form ist der Pyramidalbau. Auch dieser ist überall. Er reicht aus dem Alterthum bis heran an die Gegenwart und hat sich an verschiedenen Orten und zu verschiedenen Zeiten mannigfach ausgebildet. Aber die Grundform blieb und diese durchgängige Uebereinstimmung wird durch die Technik erklärt. Die schrägen, nach oben spitz zulaufenden Seitenflächen des Pyramidalbaues werden sich gegenseitig zur Stütze; freistehende und freischwebende Flächen liegen äußer dem Bereich seiner Natur. Pyramidal war der sagenhafte Thurm zu Babel, pyramidal waren die hängenden Gärten der Semiramis; pyramidal sind die großen Begräbnißmale des Nillands, auf den Inseln des großen Oceans, pyramidal sind die hochaufgethürmten Opferstätten der altmexikanischen Völkerschaften, die Torcalli. Ja, in der altmexikanischen Baukunst ist sogar der Privatbau pyramidalisch, die einzelnen Stockwerke treten nach Innen zurück und verjüngen sich. Und ebenso sind auch die Pagoden, die freistehenden Tempel der Indier, wesentlich von dieser pyramidalen Grundform, wenn auch indisch verzerrt und vielfach verschnörkelt. Die ägyptischen Pyramiden sind also keineswegs die einzigen Denkmale dieses Baustyls; doch sind sie die gewaltigsten, die massenhaftesten, und in dieser Massenhaftigkeit zugleich die durchgebildetsten. Der mexikanische Pyramidalbau stimmt zwar mit dem ägyptischen darin überein, daß die quadrate Grundfläche genau nach den vier Weltgegenden sich wendet; jedoch nur der ägyptische Bau gliedert und belebt die todte Masse und bringt, die