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| Joseph Meyer, Herrmann Julius Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band | |
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Griechen, die übrigen Türken, Juden und Armenier; alle haben zahlreiche Gotteshäuser, die zum Hauptschmuck der Stadt gehören. Das Schloß wird theilweise als Kaserne benutzt.
Die Bevölkerung ist so regsam, als es die Zustände erlauben und die Noth es gebietet. Die hiesigen Corduan-, Woll-, Seiden-, Baumwollen- und Leinwandfabriken konnten ihre Produkte sogar auf den Weltausstellungen sehen lassen, der Handel von Rustschuk beschäftigt sehr viele Hände und viele nimmt die Kahnfahrt auf der Donau in Anspruch.
Auch die Lage von Rustschuk ist anmuthig; die Ebenen nach Süden sind ziemlich angebaut und die Straßen werden gut erhalten. Trotzdem ist hier nichts nöthig, als daß sehr Vieles anders werde, wenn der ferne Balkan je auf glückliche Völker herabblicken soll.
Das Bild führt den Leser nach dem „fernen Westen“ Nordamerikas, an die Ufer des Missouri. Wildbrausend wälzt er seine Fluthen durch die Wildniß; sie sind trüb und schlammig, und zu beiden Seiten angefüllt von Treibholz und zahllosen, oft riesigen Baumstämmen, die, mit dem unterwaschenen Ufer in den Fluß gestürzt, am Boden noch festwurzeln, während die Wipfel, stromabwärts gerichtet, auf dem Wasser schwimmen, oder die, losgerissen und in die Mitte des Stromes getrieben, ihre knorrigen Wurzeln, wie Anker, im sandigen Bette festgewühlt haben und die Zinken ihrer Aeste den Fahrzeugen drohend entgegen spießen, die den Strom herauf kommen. An den Ufern wechseln Hügel und Thäler, Berge und Schluchten. Oft treten üppige Wälder des stattlichen Baumwollenbaums bis dicht heran an den Strom; dann wieder verschwindet der Wald und das Auge weilt mit Entzücken auf sanft gegen den Fluß geneigten Prärien, bekleidet mit dem dunkelsten Grün und in der Ferne allmählig übergehend in einen Sammetteppich von Farben, deren Schmelz kein Pinsel zu schildern vermag. Einzelne Erhöhungen, Gruppen von Lebenseichen unterbrechen hie und da diese endlos sich erstreckenden Ebenen und beleben ihre Eintönigkeit durch malerischen Formen- und Farbenwechsel. Von wahrhaft abenteuerlicher Schönheit dagegen sind die oberen Partien des Flusses, wo er sich meilenweit in ein Labyrinth von Felsen der wunderlichsten Gestaltung eingebettet hat. Man glaubt, wenn man vorüberfährt, vor und hinter sich die endlosen Ruinen einer alten Stadt zu sehen; Wälle, Terrassen, Thürme und Kastelle, Kuppeln und Hallen, hie und da eine einzelne Säule, zerfallene Piedestale und Pyramiden;
Joseph Meyer, Herrmann Julius Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1856, Seite 239. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_17._Band_1856.djvu/247&oldid=- (Version vom 22.11.2025)