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| Joseph Meyer, Herrmann Julius Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band | |
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und mit „Pfaffentrug und Weiberlist“ Zwietracht und Mißtrauen zwischen sie streute, um jeden Einzelnen leichter zügeln zu können. Als aber der General Maroto sogar des Verraths gegen Don Carlos angeklagt wurde, so schloß derselbe, des Undanks und wohl auch der Grausamkeiten, die durch Narvaez 1838 auf eine selbst die Christinos empörende Höhe getrieben worden waren, müde, mit Espartero den Vertrag zu Vergara am 31. August 1839. Dieser gab der carlistischen Sache den Todesstoß. Kurze Zeit nachher verließ Don Carlos mit seinem Hofe den spanischen Boden. – Wie schon ein Jahr vor seiner Ankunft, so dauert nun noch ein Jahr nach seinem Scheiden der Kampf seiner Anhänger für das Königthum ohne König fort, bis der letzte Ritter desselben, Cabrera in Katalonien, die letzte Hoffnung für dasselbe aufgab und mit dem Rest seiner Getreuen nach Frankreich floh.
Damit endete dieser siebenjährige Krieg. Er hatte das Land von dem einen Haupt der Zwietracht, dem nicht an sich, sondern nur durch seine Partei und deren Ziel gefährlichen, befreit. Noch größere Erwartungen erregte jedoch dieses Jahr 1840 dadurch, daß noch im Oktober desselben auch das andere Haupt der Zwietracht, das an sich selbst gefährlichste, Königin Christine, ihrem Gegner aus dem Verbannungswege nach Frankreich unfreiwillig nachfolgte.
Das war Espartero’s Werk, und eben kein schweres. Gehaßt wegen ihrer Herrschsucht, wegen ihrer Hinterlist gefürchtet und wegen ihres bereits angedeuteten Verhältnisses mit ihrem Stallmeister, den sie trotz aller Ernennungen, Ordensverleihungen und Standeserhöhungen in den Augen der stolzen und sittlich gekränkten Nation nicht erheben konnte, von dieser verachtet, hatte Christine Alles verloren, was sie in ihrer Würde als Regentin und der noch höheren Würde als Königin-Mutter hätte aufrecht halten können. Die Gewalt der Waffen fehlte ihr, denn das Heer stand auf der Seite der Exaltados, gegen welche die Regierung der Regentin sich gern der Moderados, als konstitutioneller „spanischer Stand“ bediente. Gerade deshalb liebäugelte Espartero mehr und mehr mit der progressistischen Partei, unterdrückte mit ihrer Hülfe alle Aufstandsversuche zu Gunsten Christinens und ward im Mai 1841 als alleiniger Regent für die minderjährige Isabella anerkannt.
Von da an, in den letzten fünfzehn Jahren, bietet die Geschichte Spaniens nichts mehr, als das Auf- und Abwogen von Reaktion und Revolution in naturgemäßer Folge.
Espartero’s Regentschaft dauerte zwei Jahre. Er ging mit eisernem Schritt auf seinem Dornenpfad, ordnete viel und zertrat viel, verlor die Richtung und wandte sich im diktatorischen Machtgefühl von denen ab, die ihn gehoben hatten: von den Exaltados. Mit diesen wankte das Heer und fiel von ihm ab. Den politischen Gegnern schloß die Geistlichkeit sich an, und ein neues Garn war fertig, dessen Fäden alle in einer Hand in Paris zusammenliefen, in der der Königin Christine. Es bedurfte nur eines Fehltritts, und der Regent lag am Boden. Das geschah im Mai 1843. – Espartero flieht nach Portugal, die dreizehnjährige Isabella wird für mündig erklärt, Christine setzt
Joseph Meyer, Herrmann Julius Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1856, Seite 251. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_17._Band_1856.djvu/259&oldid=- (Version vom 22.11.2025)