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sollten, während die großblumige Pracht der weitschweifigen Fest- und Staatskleider sich widerspiegelte in der geblümelten Schreibweise der Poeten und gelehrten Schriftsteller und die spielenden Phrasen der Scholastiker ihre Seitenstücke fanden in den verschnörkelten Bauwerken und den Tanzmeisterstellungen der perückten Götterstatuen zwischen den verschnittenen Baumwänden der Lust- und Irrgärten, und während die „höheren Stände“ auf Alles, was sich als „Natur“ zeigte, mit solcher Verachtung blickten, daß diese sogar auf das der Natur treugebliebene Volk überging, für dessen Bezeichnung man die Worte Pöbel und Plebs passend fand, während einer solchen allgemeinen Corruption in den Köpfen, die den raschen Verfall der Nation offenbarte, traten zugleich Männer auf, die das Rechte erkannten und unerschrocken, wenn auch vergeblich, aussprachen. Vor Allen war es Leibnitz, der große Philosoph und Patriot, der schon damals auf die Pflege der Naturwissenschaften seine kühnsten Hoffnungen setzte. „Wir stecken im Felde der Wissenschaften“, sagt er, „noch in den ersten Wegen. Ein Schicksal verhindert uns, daß wir die Schätze der Natur nicht sorgfältiger aufspähen und größeren Nutzen daraus ziehen. Ich bin der Meinung, daß die Menschen fast unglaubliche Dinge zu Stande bringen könnten, wenn sie mehreren Fleiß anwendeten. – Nichts ist so schön und so befriedigend, als wahre Kenntniß vom System der Natur zu haben. Würden Viele dies Studium lieb gewinnen, so würde man weit gelangen, nicht nur in Rücksicht auf Bequemlichkeiten des Lebens und der Gesundheit, sondern in Rücksicht auf Weisheit, Tugend und Glück, statt dessen, daß man sich jetzt mit Kleinigkeiten abgibt, die uns ergötzen, nicht aber vervollkommnen und veredeln.“

Anderthalb Jahrhunderte sind verflossen, seitdem dieser außerordentliche Mann seinen, den gegenwärtigen Resultaten der Naturforschung und der Erfindungen auf deren Gebiet gegenüber so sehr bescheidenen Wunsch fast ohne Glauben an dessen jemalige Erfüllung aussprach, so daß man ihn heute nicht ohne Rührung betrachten kann. Und jetzt ist geschehen und wirkt unaufhörlich die großen natürlichen Wunder des Tags so Vieles, woran Leibnitz nicht einmal zu denken wagte und was dem gelehrtesten Seherauge seiner Zeit als phantastisches Wünschespiel aus dem Schlaraffenlande erschienen wäre: die Naturwissenschaften haben eine solche Fülle von Stoff angesammelt und zu solcher Höhe und Breite ausgebaut, daß ihr Reichthum nicht Raum mehr hatte in den akademischen Hörsälen und Laboratorien und auf den Bücherbretern der Priesterkaste der Wissenschaft, sondern hervorbrach in die Belehrungsblätter des Volks und in die Werkstätten der großen Gewerbe und so Ungeheueres leistete mit den tüchtigen Köpfen und Händen kühner Arbeiter im Bereich materieller Kultur, daß sie stolz das Schurzfell um den Talar banden zur neuen Ehre der Arbeit. Fast schwindelerregend sind die Riesensprünge der Erfindung von dem Augenblick an, wo Franklin dem Blitze sein Ziel steckte, bis zu dem, wo der Blitz selbst als Botenträger der Gedanken des Menschen den ersten Dienst verrichtete!

Ein solcher Schritt vorwärts auf dem breitesten Felde menschlichen Wissens und Strebens konnte nicht geschehen,