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ohne daß die gewaltige Bewegung auch die Arm in Arm mit den Naturwissenschaften wandelnden anthropologischen Wissenschaften ergriff, welche wiederum die transscendenten Wissenschaften an der Hand führen. Denn immerdar wird das oberste und innerste Bedürfniß die Menschheit trachten lassen nach Erkenntniß der Natur und des Menschen, nach Erkenntniß der Verhältnisse beider zu einander, nach Erkenntniß der Bestimmung und des Endzwecks des Menschenlebens und der zweckmäßigsten individuellen und gesellschaftlichen Einrichtung desselben, endlich nach Erkenntniß der Ursache der Natur und des Menschen. Kurzweg: zu ergründen die Idee der Natur, die Idee der Menschheit und die Idee der Gottheit, das ist die Aufgabe aller Wissenschaften, deren natürlicher Zusammenhang und gegenseitiges Ineinandergreifen auch die Nothwendigkeit gemeinsamer Bewegung verbürgt. Es ist bei so unerhörtem Fortschritt der Einen kein Stillstand der Andern denkbar, die mit gelahrtem Prophetenmund dekretirte „Umkehr der Wissenschaft“ ist zur Lächerlichkeit des Tags geworden. – Die Bewegung geht vorwärts, und keine Schranke von Phrasen wird sie hemmen, wenn ihr Zug auch die Staatswissenschaften erfaßt und deren praktischere Kulturkraft für die Gestaltung des Völkerlebens andere als die zum Theil tief ausgetretenen Bahnen bricht; es wird an der Sisyphusarbeit des Hemmen- und Absperrenwollens manche widerstrebende Macht zu Grunde gehen, und floriren werden nur jene, welche, von höherer Einsicht geleitet, die von der Natur gebotene Bahn selbst mit betreten. Napoleon (der Wirkliche) erzählt: „Ich sah den Staatswagen vorwärts rennen, er war nicht mehr aufzuhalten; da sprang ich darauf und ward sein Herr.“

Mußte bei diesem allgemeinen Vorwärtseilen nicht auch die Geschichtsforschung und der Blick auf die Ereignisse des Tags einen anderen, einen höheren Standpunkt gewinnen? Konnte in einer Zeit, wo durch die Beherrschung des Dampfs und der Elektricität die ganze Welt enger zusammengerückt ist, wo gegenseitige Beziehungen die entferntesten Länder jetzt enger verknüpfen, als früher die nächsten Nachbarn, und wo dem verstecktesten und verschlossensten Staate von der Wucht des Weltverkehrs die Jahrtausende verrammelten Thore eingestoßen werden, konnte da die historische Forschung noch die alten Wege wandeln? – Schon vor dreißig Jahren jubelte der alte brave Wachler (Literarhistoriker), welch merklichen Einfluß die Vervollkommnung der Naturkunde auf die Geschichte gehabt habe! Bedarf’s da noch der Bemerkung, daß die historische Forschung, Anschauung und Darstellung auch in der letztern Zeit dem großen naturwissenschaftlichen Zug gefolgt ist? – Mit innigster Genugthuung muß man die Arbeiten der hervorragendsten Geister auf diesem Felde betrachten; auch ihre Lehren stehen im Buche der Natur; auch sie suchen vor Allem das Naturgesetz in der Staatengeschichte, auch sie stellen es als oberste Aufgabe der Staaten hin, der Richtung zu folgen, welche die Natur ihnen angewiesen; sie zeigen, daß, je mehr die Menschheit an der Hand der Natur sich emporbilde, um so offenbarer die innere Nothwendigkeit der Ursachen mächtiger werde, als der äußere Drang; ihre Darstellung der Entwickelung des Völkerlebens zeigt uns schon jetzt viele Ereignisse als ganz