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müssen, diese naturgemäße und deshalb unwiderstehliche Entwickelung zu fördern, damit, indem es das Werdende bei Andern freundlich anerkennt, es nicht am Ende für sich den Zweifel erweckt, als ob das, was es besitzt, für dasselbe das Natürliche und Richtige sey. – So lauten Steins Worte. Daß jedoch England seinen neuen Weltberuf nicht ohne Festhalten des alten anerkennen will, zeigt es in einer Weise, die fast wie eine historische Strafe für manchen gegen Schwächere begangenen Uebermuth erscheint: denn während es durch den letzten Krieg im schwarzen Meer mit ungeheuerem Aufwand an der Eröffnung des Orients mit arbeitete, sucht es jetzt das offene Thor wieder zu verstopfen durch die Hindernisse, die es auf der Suezlandenge aufstaut. Aber die Zeit bricht Felsen. –

Das dritte Glied in der westlichen Länder- und Staatengruppe (fahren wir mit Stein in der Betrachtung der organischen Gesammtgestaltung Europa’s fort), Frankreich, hat seine Stellung niemals ernstlich verändert; es hat seit einem Menschenalter nur zu derselben hinzugefügt, was ihm seiner Lage nach gehörte. Frankreich hat den Westen Europa’s mit dem Kontinente zu verbinden. Seine Selbstständigkeit als Land ist durch drei Grenzen gegeben; die vierte Grenze setzt es beständig in Berührung mit den großen Fragen und Bewegungen des festen Landes. Es liegt dem letzteren zu nahe, als daß irgend etwas in demselben ohne seine Entscheidung sich definitiv verändern dürfte: es berührt dasselbe doch zu wenig, als daß es je diese Entscheidung allein bestimmen könnte. Zu Lande ist seine Stellung daher so, daß es, wenn es seiner Bedeutung gemäß auftreten will, entweder im offenen oder geheimen Kampfe mit den kontinentalen Großmächten, oder in vollem Einverständniß mit denselben handeln muß. Ein drittes, ein gleichgiltiges Mittelding, ist für Frankreich nie möglich gewesen und wird es niemals werden. Aber auch Frankreich ist an die Schwelle einer neuen Zeit getreten dadurch, daß es sich für das friedliche und freundliche Einverständniß seiner Politik mit derjenigen der übrigen Mächte erklärt hat. Das System Europa’s ist seiner Natur nach das System der friedlichen Harmonie. Frankreich, als das Mittelglied zwischen dem Westen und der Mitte, hat fast immer die Entscheidung darüber gehabt, ob die großen Fragen auf friedlichem oder auf kriegerischem Wege erledigt werden sollten. Von jetzt an steht es definitiv auf der Seite des Friedens. Wie zu Lande, ist dies der Fall auch zur See. Der Natur der Sache nach ist es die Hauptseemacht im Mittelmeer. Hier bildete es einerseits das Gegengewicht gegen England, das vom Westen her seine Uebermacht im Mittelmeer entwickeln wollte, und andererseits gegen die Türkei, die im Osten jede europäische Theilnahme am Handel wie an der Politik ausgeschlossen. Dadurch hat es dem großen Princip seine Geltung erhalten, daß die Angelegenheiten des Mittelmeers und des Orients Angelegenheiten Europa’s sind. Es hat die Ausschließlichkeit, die vom Westen kam, und die Abgeschlossenheit, die im Osten galt, gebrochen. Und wie es durch seine Waffenthaten in Algier einer Jahrhunderte alten Schmach Europa’s ein Ende machte und Nordafrika für die europäische Civilisation öffnete, so legt es jetzt das Gewicht seiner Macht auf die friedliche Eroberung des Kanals von Suez für Europa. So ist es in seine natürliche