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das geschehen. Die Bahn steht offen. Und die Eröffnung der Türkei und des Orients hat daher auch für den Osten, für das Verhältniß des großen russischen Reichs zu Europa, das Gleichgewicht hergestellt: wie dadurch einerseits im Westen England auf seine natürliche Basis zurückgeführt ist, so ist es auch Rußland im Osten. Aus dem alten Rußland wird das neue Ost-Europa entstehen.

Die Bedeutung des dritten Gebiets in Europa, das wir im Allgemeinen als Mitteleuropa bezeichnen und dessen Inhalt nach den obigen Grenzbestimmungen von West- und Ost-Europa sich von selbst versteht, ist auf den ersten Blick klar: dasselbe beherrscht nicht eigentlich die Verbindung seiner beiden Nachbartheile von Europa; es ist vielmehr diese Verbindung selbst. Aber jeder dieser beiden Theile hat seine volle Selbstständigkeit für sich. Auf Alles, was Westeuropa jenseits des atlantischen Meeres und Rußland jenseits des Ural zu thun hat, übt Mitteleuropa keinen unmittelbaren Einfluß, es steht in dieser Beziehung stets in zweiter Linie. Wesentlich anders wird die Bedeutung desselben, wo es sich um eine gemeinsame europäische Angelegenheit handelt. Jeder Akt europäischen Lebens ohne die Theilnahme Mitteleuropa’s wird in einen Gegensatz des Ostens und Westens auslaufen; jeder Akt mit demselben wird zu einem unwiderstehlichen. – Mitteleuropa scheidet sich wieder in drei große Ländergruppen, die skandinavische Gruppe, die den Norden Europa’s beherrscht; im Süden umschließt das Mittelmeer Italien und die Türkei, beide durch das adriatische Meer trennend; die Mitte endlich bildet eine große, an sich mächtige, wiederum aber auf bestimmten Grundlagen in größere und kleinere Gruppen getheilte Masse. Diese drei großen Gebiete von Mitteleuropa stehen unter einander in einer gewissen Gemeinschaft des Lebens und der Interessen, und diese Gemeinschaft ist einer der gewaltigsten Faktoren der Geschichte der Welt geworden. Die Einwirkungen der ältesten Zeit gehen zunächst zwischen dem Süden und der Mitte vor sich; sie sind ein beständiger Kampf der Waffen zwischen Italien und dem griechischen Kaiserthum mit den deutschen Reichen und ein beständiges Hinüberströmen des geistigen Lebens aus dem gebildeten Süden in den stärkeren Norden. Alle Bewegungen, von den Galliern (Kelten) an, welche Delphi verwüsteten, von den furchtbaren Cimbern und Teutonen, von den Kolonisirungen Roms an den Quellengebieten der Donau, von den Normannenzügen, den Völkerwanderungen, der Verbreitung des Christenthums und der Wissenschaften bis zu den neuesten Kriegen in Italien und Schleswig-Holstein sind Zeugnisse von der innigen Gegenseitigkeit des Lebens dieser drei großen Gebiete, und diese selbst ist das größte Resultat der Geschichte der Welt. Sie ist eine herrschende, unverkennbare, allmächtige Thatsache. Jedes Blatt der Geschichte bestätigt sie. Sie hat die Zeit gehabt, wo die Waffen und die Bildung der wesentliche Inhalt der Gegenseitigkeit in Krieg und Frieden waren; jetzt beginnt die Zeit, wo die Interessen Träger und Ausdruck derselben werden wollen.