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zinsbar, gewannen zwar oft ihre Freiheit wieder, wurden aber auch öfters wieder unterworfen. Alerander der Große ließ bei der Zertrümmerung des persischen Reichs das Land durch einen Unterfeldherrn besetzen; indessen gelangten unter seinen Nachfolgern die georgischen Könige und Fürsten bald wieder zur Unabhängigkeit und suchten sie, oft mit glänzendem Erfolg, oft zeitweilig unterliegend, später gegen die Griechen, Perser, Tartaren und Mongolen zu behaupten. Uneinigkeit unter sich war allezeit ihr Hauptfeind. Waren sie nicht von außen bedrängt, so befehdeten sich die Großen unter einander, und die häufigen Erbtheilungen und der öftere Dynastienwechsel ließen das schöne Land nicht zur Ruhe und Kraft kommen. Zu Anfang des 15. Jahrhunderts gab es nicht weniger als 24 souveraine georgische Fürsten auf einmal, welche unabhängig von einander regierten. Von dieser Zeit an wird der russische Einfluß sichtbar. Die russischen Großfürsten hatten ihre Herrschaft bis an’s kaspische Meer ausgedehnt, sie kamen nun mit den Persern in häufige Konflikte, welche ihrerseits, eingedenk ihrer langen Herrschaft über Georgien, beständig darnach trachteten, dieselbe zu erneuern. Ihre Ansprüche hatten sie nie aufgegeben. In dieser Lage bewarben sich die Georgier um die Freundschaft der Russen zum Schutz gegen den gemeinschaftlichen Feind. Aber die Bundesgenossenschaft des Schwächeren mit den Stärkeren hat noch allemal zur Unterjochung des ersteren geführt. Als die persische Macht in dem immerwährenden Kampfe mit Rußland sich erschöpfte, im 17. Jahrhundert, kam es schon zur gelegentlichen russischen Besatzung von georgischen Häfen der Pontusküste – und in dem Kriege des Czaren gegen die Türken, 1770, drang eine russische Armee unter General Tottleben durch Imerethien gegen Kars und Erzerum vor. Russischer Einfluß dominirte fortan im Lande. Er setzte Fürsten ein und ab, er usurpirte die Oberhoheit in staatlichen Dingen, und als im Jahre 1783 Persien von Neuem seine alten Ansprüche auf Georgien erhob, da begab sich der damalige Fürst Irakli, der den Königstitel führte, offen unter russischen Schutz und schickte der Kaiserin Katharina durch eine glänzende Gesandtschaft seinen Unterwerfungsakt nach Petersburg. Gleich darauf ließ Rußland das ganze Land besetzen. Die georgischen Fürsten waren zu russischen Lehnträgern und Vasallen ohne Regierungsgewalt herabgesunken. Der König selbst wurde Pensionär des Czars und so trägt nun Georgien, welches über 2000 Jahre, wenn auch unter manchem Wechsel, seine Unabhängigkeit behauptet und, wenn verloren, stets wieder erkämpft hatte, und dessen Fürstengeschlechter ihren Stammbaum zu der Wiegenzeit des Menschengeschlechts zurückführen, den Stempel des russischen Sklaven, wenn auch noch angethan mit dem äußeren Glanz und Pomp einer Herrschaft, die sie nicht mehr besitzen.


Das Folgende entnehme ich Herrn von Bodenstedts Erzählung in seinen kaukasischen Reisen.

Zwei Straßen führen von Süden hernach der georgischen Hauptstadt. Eine Meile nördlich von Eriwan am Abhange des fruchtbaren und schönen Goktschai-Gebirges, welches den gleichnamigen, 5000 Fuß hoch gelegenen, 9 Meilen