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langen und halb so breiten Goktschai-See mit seinen zackigen Porphyrgipfeln umsäumt, liegt Kanakir, ein armenisches Dörfchen, von dem aus wir in das anmuthige Thal de Sanga hinabritten, um wenig östlich von dem Wege, den wir nach Etschmiadsin herabgekommen waren, durch die Hochebene von Basch-Abaran zurückzugehen. Ein anderer Weg führt über den hohen Gebirgskamm des Goktschai zum lieblichen Thale von Deliktschan, dessen freundliche Baumgruppen etwa 10 Meilen von Eriwan beginnen und zu einer wahrhaft alpenartigen Bergnatur in’s Thal der schmalen, aber reißenden und Goldsand führenden Artafa überführen, längs der man dann den Kur und an ihm aufwärts Tiflis selbst erreicht. Wir ließen diesen Weg zur Rechten, übernachteten in dem Tartarendorfe Karadschüran, und trafen auf 2 Kosakenpikets, welche bestimmt waren, den Karawanen das Geleit nach Gümri zu geben, (das jetzt unter dem Namen Alexandropol bekannter ist), und überschritten den südlichsten Kamm des Pambakgebirges auf einem kürzeren Wege, wo wir in dem Tartarendorfe Karsal vor Regen und Dunkelheit Schutz fanden. Aus der hohen und offenen Gegend, in welcher dies Dorf sich befindet, steigt man durch ein tiefes, bewaldetes Gebirgsthal bei mehr als 6000 Fuß Höhe über den Bergrücken des Besobdal zu einem höchst fruchtbaren Thale hinab, welches durch einen dritten Bergrücken, 11 Meilen von Tiflis, wieder von den baumlosen Hochebenen geschieden ist, die bis zum Kurthal sich abdachen. Wenige Meilen weiterhin in der nun schon offeneren Gegend beginnen, 7 Meilen von Tiflis, die ersten deutschen Niederlassungen der im Jahre 1819 durch Glaubensschwärmerei hierher getriebenen Würtemberger, die alle Wechselfälle des Krieges mit ertragen haben und von den räuberischen Bergbewohnern zu vielen Malen ausgeplündert wurden. Man erkennt Katharinenfeld, in einem Nebenthale des ostwärts zum Kur abfließenden seichten, aber sehr breiten Chramflusses, jenseits des kegelförmig aufsteigenden Alawerdi gelegen, alsbald an seinen weißen Häusern mit Fenstern, Thüren und Schornsteinen. Bald erreicht man auf dem Wege, der längs des herrlichen Felsthales des Chram, dessen Ufer aus löchrichter schwarzer Lava gebildet sind, hinzieht im Thale das Alghet das deutsche Elisabeththal. Es besteht aus einer Doppelreihe schöner niedlicher Häuserchen, die Fenster alle nach der Straße zu, und einer überaus freundlichen Kirche. Von da wendet sich die Straße durch eine sehr anmuthige bergige Gegend Tiflis zu, von dem Elisabeththal nur 3 Meilen entfernt ist. Zwei andere deutsche Kolonien liegen noch dicht oberhalb der Stadt am Kur, zwei andere 7 Meilen weit nach Osten zu am Fuß des Kaukasus, und noch zwei andere gegen 20 Meilen südostwärts in der Nähe von Gandscha oder Elisabethpol.

Will man von Tiflis einen vortheilhaften Gesammteindruck empfangen, so muß man einen Mergelschieferhügel am linken Ufer des Kur über dem sogenannten Sande in Neu-Tiflis ersteigen. Dort (dem Standpunkte für den Zeichner unseres Stichs) beherrscht das Auge die ganze georgische Hauptstadt mit ihren amphitheatralisch gruppirten Häusern, Festungen, Kirchen, Kapellen und Palästen, wie sie zwischen den hohen kahlen und ziemlich steilen Bergen in einem Kessel gelegen ist, der ostwärts vom reißenden trüben Strome an ziemlich schmaler