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am kaspischen Meere, bestehend aus den vorherrschend mohammedanischen Provinzen Karabagh, Talysch, Schirwan, Baku, Derbend und Scheki, und eine westliche vom Ararat bis zum schwarzen Meere, wird, wie auch Ciskaukasien, allein von Tiflis aus beherrscht, von wo drei durchaus fahrbare gute Straßen, nordwärts durch’s Gebirge, westlich längs des Rion zum schwarzen Meere und nach Südost im Thale des Kur zum kaspischen Meere führen. Dazu nun gerechnet die Straße nach Eriwan und man begreift, wie Fürst Woronzow, die Wichtigkeit der Lage von Tiflis erkennend, bis in die neueste Zeit fortwährend neue Garten- und Parkanlagen, ganz neue Stadttheile, Brücken, Bäder, Theater und Prachtbauten jeder Art im Sinne des Kaisers hervorrufen konnte, um durch die Kraft des Mörtels zu verbinden, was noch durch’s Schwert so tief zerspalten lag. Wem diese Hauptstadt einst gehören wird, vermag kein Sterblicher zu sagen; doch gibt es nicht ein Ohr im fernsten Kaukasus, das nicht spähend jeder Kunde von Tiflis lauscht.




DCCLXIV. Die Kapelle von Coldspring am Hudson.




In Amerika schmücken sich die Ströme nach der Mode, und meist eben so geschmacklos als die Frauen. Europa hatte eine große Vorzeit, die in festen Burgen, prächtigen Abteien und herrlichen Domen an jedem Strome ihre Fußtapfen zurückließ. Wie aus dem Felsen gewachsen lugen die alten hohläugigen Raubnester des Rheins auf uns herab, und die stolzen Giebel der Klöster und Schlösser und schlanken Thürme der Kathedralen beschauen unverwandt ihre künstlich verschlungenen Knäufe und Kreuzesblumen im Spiegel der Gewässer. Die Jahrhunderte aber zausen vergeblich am Schmucke dieser Denkmäler, welche bald der fromme, bald der frevlerische Sinn aufgerichtet haben, der Nachwelt zur Erbauung wie zum Hohn. Der jungen Zeit der neuen Welt ist diese kunstvolle Steinmetzen-Arbeit zu beschwerlich und langweilig. In Nordamerika liegt hinter der Neuzeit nicht eine lange Kulturgeschichte, sondern bloß die Indianer-Legende. Die Architektur seines Alterthums beschränkt sich auf das luftige morsche Zelt in den Jagdgründen, dessen Grabmäler auf ein paar Stangen in offener Prärie, dessen Brücken auf den leichten Canoe. Solche Monumente lassen nicht einmal eine Spur für die nächste Generation zurück.

Auch die Holländer, welche zuerst die Ufer des Hudson ansiedelten, haben nichts Bleibendes und Großes hinterlassen.