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zerhacken und in den Weinbergen zerstreuen. Denn diese Schiefersteine des Moselgebirges haben eine gewisse frische, jungfräuliche Kraft, die sie dem Weinstock mittheilen. Sie halten den Boden feucht, und verwitternd düngen sie ihn, und sie sind daher beständig zu erneuern. Zugleich müssen im Winter, wenn es die Witterung gestattet, die Mauern in den Weinbergen reparirt und ausgebessert, die Felsen geflickt und gestützt werden. Kömmt der Frühling, so müssen die Winzer die Stöcke aufstellen, den Boden lockern, umgraben und düngen. Und hier bei dem Düngen fährt man nicht etwa, wie wohl unsere Bauern thun, mit einem vierspännigen großen Düngerwagen auf’s Feld hinaus, sondern jede Mistgabel von Dünger muß, so zu sagen, besonders auf dem Rücken der Leute oft, wie erwähnt, stundenweit in die Berge hinaufgetragen werden. Die Kornäcker, wenn sie einmal geackert, gedüngt und bestellt sind, und wenn die Körner dem Boden anvertraut wurden, sind fertig, und der Landmann hat dann im Sommer nur zuzuschauen, wie die Aehren ihm in den Schooß reifen. Bei’m Weinbau ist dies anders. Der Winzer darf seine Stecklinge fast das ganze Jahr hindurch nicht außer Acht lassen. Von der heurigen bis zur nächsten Ernte geht die Kette von Arbeiten fast ohne abzubrechen fort. Gleich nach dem Stöckeaufstellen und nach dem Graben muß im Frühjahr auch das alte Holz ausgehauen werden. Der Boden ist immer locker zu halten, wie die Poren unserer Haut, damit er Licht, Wärme und Wasser stets willig in sich aufnehme. Die Winzer müssen ihn daher, damit sich keine dichte Gras- und Unkrautnarbe bilde, im Sommer abermals graben oder, wie man hier sagt, „rühren“. Und ebenfalls muß abermals im Sommer das überflüssige Holz ausgehauen werden, und zwar diesmal das frischgewachsene, damit die Stöcke nicht ihre Kraft in der Ausbildung geiler, unfruchtbarer Zweige vergeuden. – Dies sind aber nur die großen und regelmäßig wiederkehrenden Arbeiten; die kleinere Mühe und Noth, das Anbinden der losgerissenen Zweige, das Jäten etc. und die außerordentlichen Anstrengungen, zu welchen die Zerstörungen von Wind und Wasser Veranlassung geben, gehen noch immer zwischen durch, denn jedes Gewitter richtet in diesen hohen Weinbergen der Mosel die herzbetrübendsten Verwüstungen an und eine Stunde verdirbt oft mehr, als was viele Wochen der Anstrengung mühselig geschaffen haben.

Um das beständige Hin- und Herschleppen der Geräthschaften und Werkzeuge, die ihnen bei ihren mancherlei Arbeiten nöthig sind, zu vermeiden, und um auch sonst noch andere nöthige Dinge bergen und aufbewahren zu können, haben die Leute sich in den Weinbergen kleine Winzerhäuschen gebaut, die dann in der Zeit der Traubenreife als Wachthäuser und Wächterposten dienen. Oft liegen diese Winzer- und Wächterhäuschen so köstlich, daß sie einen Maler entzücken müssen. Zuweilen sind es neue glänzende, kleine Häuschen, das eine in diesem, das andere in jenem Geschmack. Zuweilen hat man ein altes Mauerwerk, einen von den Rittern des Mittelalters oder vielleicht gar noch von den Römern gebauten Wartthurm dazu benutzt. Zuweilen hat man bloß die Felsengrotten und die