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wenn ihr selbst aus zu weichem Thon geformt seyd und die harte blanke Münze, welche der Geist eurer Institutionen so scharf ausgeprägt hat und aus seinem Füllhorn so reichlich in den Schooß euch schüttet, ihren Klang verliert, – wenn euch die Herren in der Heimath mit den Doktorspatenten, noch ehe ihr flügge geworden, die Schwingen gestutzt und die Sehnen des Selbstvertrauens in der Kindheit so gänzlich durchhauen haben, daß ihr nun hier, im Wettlauf mit dem Geschlecht von 76, die Rolle der Lahmen übernehmen müßt: – ich sage, wenn die kunstgerechten Gärtner daheim die Schößlinge eurer Kraft so eingeschnitten haben, daß sie nur Blätter treiben, statt Früchte, und euren verwöhnten Gaumen der Trunk aus dem frischen Born der Freiheit gar nicht munden will: so denkt wenigstens an die, die euren Herzen am liebsten und eurer Sorge die nächsten sind: – so freuet euch der freien Bahn eurer Kinder. Was euch ein Opfer ist, ist für sie eine köstliche reifende Saat. Laßt sie ernten! Frei vom Kanzel- und Kathederschwulst lasset sie ihr Erden- und Seelenheil selbst suchen, laßt ihr Gewissen seinen Kultus üben, laßt sie nach eigenen Zielen ringen, freie Bürger freier Staaten!“ –

„Daß ihr der edlen Schätze, welche die rohe Scholle birgt, auf der ihr euren Herd gebaut, doch nie vergessen möchtet! Wahrlich, – hättet ihr eine Herrschaft, Schloß und Park in eurem Schwabenland gelassen, der Preis wäre nicht zu hoch, wenn ihr eurer Kinder Glück und Zukunft, die Ehre und Hoheit des Bürgerthums dafür erkauft. Oder wie? Soll euch der alte, graue Wollkopf da beschämen, den der Freiheitsdrang von Weib und Kind, Haus und Hof, Herrn und Freund aus Alt-Kentuckien unter euer Dach geführt? Fragt ihn doch, ob er nicht lieber sein schwarzes Blut auf eurem thonigen Acker verspritzen will unter schwerer Last der Arbeit, Sorge und des Alters, als auf der blühenden Plantage im Süden, wo der Sklave seinen Herrn für sich sorgen läßt und, gegen mäßige Arbeit, bei Spiel, Sang und Kurzweil das Leben gedankenlos verträumen mag. Und wäre ich selbst nicht mit allen Banden der Pflicht, die der heißesten Wünsche des Herzens spotten, an das Land gekettet, das mir den ersten Athemzug gegeben, wie glücklich wäre ich; denn dann dürft’ ich mit eurer Last und Plage eure Freiheit theilen“.

Meine amerikamüden Freunde waren stumm und mir war’s heiß um’s Herz geworden; ich war gerade im Zug, ihnen von der Leber weg ihre Thorheit vorzupredigen: – da hörten wir die Schaufeln des Bootes plätschern und sahen den weißen Dampf über der Kontur des Uferbusches aufzucken; ein paar Glockenschläge mahnten, mich bereit zu halten; die bewegte Fluth des Stromes schlug an unsere Füße, das rothe Licht am Vordertheil des Bootes wendete nach der Einbucht, wo wir standen, – allerlei Stimmen, Lachen, Flüche und Kommando’s wurden laut, die Maschine hielt an, eine Planke flog vom Vordertheil des Bootes herüber an das Ufer; der Schwarze reichte mir den Reisesack, noch ein Händedruck, ein paar Schritte auf dem nassen Sand, ein Sprung auf den schwanken Steg und schon erschallte es vom Räderkasten: All on board – Go ahead! – die Schaufeln wühlten wieder in der Fluth und „Go ahead!“ rief ich noch als letztes Abschiedswort den Freunden am Ufer nach. Möchten sie’s nur