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Amerika’s. Ohngefähr 90 Meilen von der Küste theilt sich der Strom in mehrere Arme, durch die er seine Fluthen in den mexikanischen Meerbusen ergießt. Die ältesten Beobachtungen und Karten zeigen vier solcher der Schifffahrt zugänglichen Wasserpässe; jetzt unterscheidet man deren nur noch zwei, den südöstlichen und südwestlichen Paß, von denen nur noch der letztere Schiffen bis 18 Fuß Tiefgang die Einfahrt erlaubt. Leider werden die Mündungen mehr und mehr von Sandbarren blockirt, welche, oft viele Meilen lang, die Dämme darstellen, vermöge deren der Mississippi seinen Wasserbauten Festigkeit verleiht und unter deren Schutz er sie allmählig weiter in den Golf hinausschiebt. Diese Barren (Sandbänke) stehen mit dem Festland in Verbindung. Sie bilden Lagunen, welche die Arbeit des Ausfüllens und Zusammentragens der leichteren vegetabilischen Stoffe vor dem Andrang der Fluth und dem störenden Einfluß der Golfströmung bewahren. Im Delta selbst finden sich mehrere solcher nun dem Festland einverleibten Lagunen-Dämme, z. B. diejenigen, welche den See Pontchartrain nach der Südseite eindeichen und dessen allmählige Ausfüllung noch vor sich geht. Es haben jene Barren bereits das Versiegen von zwei Mündungen des Stromes bewirkt, und sie werden bald auch den südöstlichen Paß unzugänglich machen, dessen Tiefe unter dem Niveau des Meeres seit den Beobachtungen im vorigen Jahrhundert sich bereits von 18 Fuß auf 8 Fuß hob, eine Erscheinung, welche die ernstesten Besorgnisse erweckte und die schon seit 1833 eine Kommission von Experten mit Plänen zur Abhülfe der drohenden Gefahr beschäftigt. Man sann zunächst auf Ergründung der Ursache der Barrenbildung, um durch deren Entfernung die Wirkung zu paralisiren; aber alle darauf sich gründenden Versuche und Anstalten zeigten sich als erfolglos. Eine sorgfältigere neuere Untersuchung ergab, daß jenes Phänomen auf ganz eigenthümlichen Umständen beruht. Die ausströmende Süßwasserschicht fluthet nämlich mit unverminderter Geschwindigkeit weit über die Barre hinaus und führt Sand und vegetabilische Stoffe mit sich in die offene See. Am Meergrund aber ist eine Strömung in entgegengesetzter Richtung thätig, welche die zu Boden gesunkenen Stoffe aufnimmt und wieder gegen die Strommündung zurück führt. In trockenen Sommern tritt diese Salzwasserströmung viele Meilen weit in das Flußbett hinauf; an ihrem Wendepunkt verliert sie die Kraft, die mitgeführten Sedimente weiter zu tragen und setzt sie da ab; bildet aber dann eine dritte leichtere Wasserschicht, die zwischen der obenschwimmenden ausströmenden Süßwasserlage und der Gegenströmung des Salzwassers am Grunde des Meeres wieder ausfließt. Bei verschiedenem Wasserstand des Flusses und veränderter Widerstandskraft der Gegenströmungen verändert sich folgerecht auch der Standort der Sandbänke und dies erklärt die fortwährende Beweglichkeit derselben. Ein wirksames Mittel, dem so schädlichen wie uninteressanten Phänomen wirksam zu begegnen, ist noch nicht gefunden. Man hat sich bisher darauf beschränkt, mittelst kräftiger Baggermaschinen einen Kanal durch die Barren offen zu halten, so daß größere Schiffe mit Schleppbooten an die Stadt gebracht werden können. Vor der Höhe von Balize, der Lootsenstation, kreuzt jetzt beständig eine Flottille von 30 Dampfern, um diesen Schleppdienst zu versehen.