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| Joseph Meyer, Herrmann Julius Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band | |
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werden die Flotten aller seefahrenden Nationen ankern und wo jetzt giftige Miasmen und Fieber die Luft füllen, wo Tausende alljährlich ihr frühes Grab finden, wird der reine Himmel des Südens wieder zum Vorschein kommen und eine Bevölkerung von Millionen wogen, die sich ihres Glücks, Wohlseyns, Reichthums und Genusses erfreuen.
Auch die Mythe ist bisweilen conventionell und sie bewegt sich in Formen, die bei ganzen Völkergruppen stereotypisch erscheinen. Namentlich ist das mit der Vorstellung von einer Regeneration des Menschengeschlechts der Fall. Als der Herr der Welt, „dessen Stuhl der Himmel ist, während die Erde sich als Schemel seiner Füße unterbreitet“, in seinem Zorn die große Fluth aussandte, um die alte Erde von ihren sündigen Geschöpfen rein zu waschen, hatte er hohe Berge hie und da erlesen, an denen er den Wassern ihr Maß vorzeichnete, bis wie weit sie sich versteigen durften. In Asien war’s der Ararat, in Peru der Titikaka, in Griechenland der Parnassus, welche trockenen Hauptes blieben und auf denen die Auserwählten des menschlichen Geschlechts sich retteten, um als Ueberlieferung der alten und Ausgangspunkt der neuen Welt- und Menschengeschichte zu dienen und von kommenden Herrschern als Keim ihres Stammbaumes gebraucht zu werden. So führten in Peru die Inkas, in Mesopotamien die mächtigen Patriarchen ihre Herkommenschaft auf jene Unica ihres Geschlechts zurück und die Könige von Phocis behaupteten, die direkten Nachkommen des Helden Deucalion zu seyn, dem das Geheimniß anvertraut war, seine Unterthanen aus Drachenzähnen zu ziehen, die er auf dem Parnaß aussäete, um alsbald gewaffnete Krieger zu erhalten – das Material, um Völker und Reiche zu gründen.
Als durch die aufgethanen Schleußen des Himmels die erste Zeit mit ihren Greueln begraben war, und wieder aufgegangen die jungen Keime im Schooß der gereinigten Erde, da wurde, wie uns die Mythe versichert, zwischen Gott und dem verjüngten Geschlecht ein neuer Bund errichtet. Aber die Völker arteten aus in neuen
Joseph Meyer, Herrmann Julius Meyer: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Siebenzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1856, Seite 86. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_17._Band_1856.djvu/94&oldid=- (Version vom 13.11.2025)