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Gewerbefreiheit, freie gewerbsgenossenschaftliche Vereine zu gemeinsamen, den Fabriken nacheifernden Unternehmungen mit kluger Kapitalvereinigung und Arbeitstheilung und gesellschaftliches Zusammentreten zur wohlfeileren Befriedigung der täglichen Bedürfnisse, also gemeinschaftliche Küchen und Waschhäuser, wie ja längst schon die Gemeindebacköfen den Sieg über die einzelnen Holzverwüster davon getragen haben, und dergleichen!

Was den Getreidehandel insbesondere betrifft, so haben sich neuerdings wieder viele Stimmen erhoben für die völlige Freigebung desselben. Seuffert in München behauptet in seiner „Statistik des Getreide- und Viktualienhandels im Königreich Bayern“ unter Anderem, daß niemals beschränkende Maßregeln ein Sinken der Preise zur Folge gehabt, weil keine derselben die natürliche Ordnung der Fruchtpreise zu unterbrechen vermocht habe. Auf dem guten Grunde der administrativen Statistik erhebt er sein Lehrgebäude über die Schwankungen in der Beischaffung der gewöhnlichen Lebensmittel der Länder. Der Preis des Speisegetreides, sagt er, hängt, wie der jedes andern Gutes, ab von dem Verhältniß zwischen dem Ausgebot und der Nachfrage. Die Größe des Ausgebots ist nicht allein von der Produktion, sondern auch von der Zufuhr von außen abhängig. Diese Zufuhr vermittelt der Handel. Er hat die Preise mit dem Ueberfluß und Mangel an Getreide in den verschiedenen Ländern auszugleichen. Was den Transport und die Aufbewahrung des Getreides leichter und wohlfeiler macht, das trägt zur Ausgleichung der Getreidepreise in verschiedenen Ländern und Zeiten bei und wirkt zugleich als die sicherste Garantie gegen Mangel an einem Orte in Folge schlechter Ernten. Die Verbesserung der Technik in der Aufbewahrung der Frucht und die Erleichterung des Transports setzt aber die völlige Freiheit des Getreidehandels voraus, und zwar ebensowohl in solchen Ländern, welche selbst bei mäßiger Ernte ihren Bedarf vollauf erzeugen und bei besseren Ernten oder auch regelmäßig einen Vorrath zur Ausfuhr bereit haben, als auch in solchen, welche ihren Bedarf selten oder nie bauen, also häufig oder stets der Einfuhr bedürfen. Länder, welche in dieser Weise oft oder immer vom Auslande abhängig sind, müssen die größtmögliche Zufuhr wünschen. Diese aber ist nicht denkbar, wenn in demselben Lande nicht die freieste Ausfuhr zugleich besteht. Beispiele dafür liefern Holland, die Schweiz und England. Umgekehrt ist in denjenigen Ländern, welche mehr als ihren Bedarf bauen, die Freiheit der Ausfuhr unerläßlich, denn jede Beschränkung derselben würde eine Beschränkung des Getreidebaues zur Folge haben: man würde alsbald minder fruchtbare Aecker nicht mehr mit Getreide bestellen, weil sich ihr Anbau nicht mehr lohnte. Nicht die Zurückhaltung der Produkte im Inland sichert die Ernährung der Konsumenten, sondern die möglichst starke Produktion. Diese aber erfordert sowohl im Inland als auch nach außen den freiesten Absatz, verschafft aber dagegen dem einheimischen Konsumenten nicht bloß größere Sicherheit in dem ausreichenden Bezug seiner Nahrungsmittel, sondern gewährt ihm dieselben um die Frachtkosten ins Ausland wohlfeiler, als dem auswärtigen Käufer. Theuerung ist die einfache und natürliche