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| Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Achtzehnter Band | |
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Der Malzverbrauch liefert in Bayern für den Kopf jährlich 126 Maß Bier, während im Erzherzogthum Oesterreich dem Kopf 60, in Preußen nur 20 bayerische Maß zukämen, wenn auf der Welt Alles richtig vertheilt würde.
Solch ein riesenhafter Verkehr mit dem Hauptprodukte des Inlands bedurfte eines würdigen Raumes, und dieser ist ihm durch die Erbauung der neuen Maximilians-Schrannenhalle in der Blumenstraße des alten Münchens geworden. Was der Leser in unserem Bilde vor sich hat, ist noch nicht die Hälfte des ganzen Baues. So kommt das Innere der Halle ihm vor Augen, wenn er sie vom Angerthor her betritt. Der in unserem Bilde sichtbare gußeiserne Schrannenflügel hat eine Länge von 562 Fuß bei einer Tiefe von 86 Fuß. Das Thor im Hintergrunde der Halle führt zum steinernen Mittelbau, der aus dem Hauptbau von 80 Fuß Länge und 105 Fuß Tiefe und zweien Flügelbauten von je 60 Fuß Länge und 95 Fuß Tiefe besteht. Hat man die ganze Länge dieses Mittelbaues (also 200 Fuß) durchschritten, so gelangt man zum zweiten gußeisernen Flügel von abermals 562 Fuß Länge und 86 Fuß Tiefe. Von den 72 Säulen beider Hallenflügel wiegt jede 28 Centner, jeder Tragbalken 40 Centner. Zum ganzen Bau sind ungefähr 3 Millionen Pfund Guß- und Schmiedeeisen, zum großen Theil aus den Meyer’schen Werken zu Neuhaus, verwendet worden. Die Baukosten betrugen, mit den nicht geringen Summen für Kanal- und Unterbauten, 900,000 Gulden. Den Plan zu dem Prachtwerke lieferten Wolfsberger und Muffat, die Fabrik Kramer-Klett in Nürnberg bereitete das eiserne Gerippe, deren Werkführer Werther ersann eine neue Hebemaschine zur Aufstellung der Eisenmassen und leitete sie, und die Kunst schmückte durch Hiltenspergers Pinsel die Giebelfelder des Mittelbaues mit den Freskobildern der Maria als Patrona Bavariä und des heil. Benno als Schutzpatrons von München.
So sah die Hauptstadt Kaliforniens vor sieben Jahren aus. Die Beschreibung Monterey’s versparen wir auf das Bild, das wir demnächst von der jetzigen Stadt liefern, und theilen das vorliegende nur zum späteren Vergleiche mit jenem vorläufig mit.
Friedrich Hofmann: Meyer’s Universum, oder Abbildung und Beschreibung des Sehenswerthesten und Merkwürdigsten der Natur und Kunst auf der ganzen Erde. Achtzehnter Band. Bibliographisches Institut, Hildburghausen, New York 1857, Seite 101. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Meyers_Universum_18._Band_1857.djvu/110&oldid=- (Version vom 11.12.2025)